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THE LANCET   26.06.09
 
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Internationale Rahmenkonvention zur Kontrolle des Alkoholkonsums notwendig

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Der erhebliche Beitrag des Alkoholkonsums zu weltweiten Krankheitsbelastungen und wesentlichen volkswirtschaftlichen Folgekosten ist eindeutig belegt. Dennoch ist die Schwerpunktsetzung mit Blick auf die Kontrolle des Alkoholkonsums in den meisten Ländern und auch international immer noch unzureichend. Eine internationale Gesundheitspolitik in Form einer Rahmenkonvention zur Alkoholkontrolle (Framework Convention on Alcohol Control, FCAC) ist daher notwendig, um jene weltweiten Bedingungen auszugleichen, die alkoholbedingte Gefährdungen fördern. Die Konvention könnte auch zu nationalen Maßnahmen ermutigen und diese unterstützen. Dies sind Ausschnitte des Handlungsaufrufs im dritten Artikel der aktuellen 'The Lancet'-Alkohol-Serie, verfasst von Professor Sally Casswell von der Massey University im australischen Auckland und Dr. Thaksaphon Thamarangsi vom thailändischen Gesundheitsministerium in Bangkok.

Die Autoren stellen fest: "Die Ausweitung der industriellen Alkoholproduktion und -vermarktung treibt den Alkoholkonsum in den neu entstehenden Märkten und bei den jungen Menschen in bereits entwickelten Märkten nach oben. Kostenwirksame und erschwingliche, die Gefährdungen eindämmende Maßnahmen existieren bereits und müssen dringenst aufgestockt werden. Die meisten Länder halten jedoch keine angemessenen Maßnahmen vor. Den Fortschritt hemmende Faktoren beinhalten mangelnden politischen Willen sowie unvorteilhafte Teilhabe der Alkoholindustrie an politischen Prozessen. Zudem verhindern zunehmende Schwierigkeiten im Freihandelsbereich angemessene Reaktionen auf nationaler Ebene. Eine wirksame nationale und internationale Antwort fordert nicht nur die Regierungen, sondern erfordert auch Nichtregierungsorganisationen, die Regierungsbehörden unterstützen und auch zur Verantwortung ziehen."

Der Artikel enthält eine Reihe von wesentlichen Botschaften:
  • Länder investieren mehr als ein Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die dem Alkoholkonsum zuzurechnenden wirtschaftlichen Folgekosten


  • Gemessen an seinem Gefährdungspotenzial steht Alkohol nicht sehr hoch auf der Agenda der globalen Gesundheit


  • Die Rolle entsprechender Interessengruppen (insbesondere Alkoholproduzenten) in der Behinderung von Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit ist jener beim Tabak vergleichbar


  • Kostenwirksame Maßnahmen bestehen bereits (insbesondere hinsichtlich Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit) und sind auf die Gesamtbevölkerung ausgerichtet


  • Einige Regierungen haben zwar wirksame politische Maßnahmen eingeführt, doch ist eine stärkere Reaktion notwendig


  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO und andere Behörden, wie auch Nichtregierungsorganisationen zeigen zunehmende Besorgnis und Handlungsbereitschaft bezüglich des Alkohols


  • Eine dem Tabak vergleichbare Rahmenkonvention ist notwendig, um nationales Handeln anzuregen.
In ihrem in der Schlussfolgerung enthaltenen Handlungsaufruf fordern die Autoren, dass Regierungen Alkohol kontrollierende, auf einer kostenwirksamen Basis ruhende Maßnahmen formulieren und einführen, dass Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft Alkohol auf ihrer Agenda nach oben setzen, dass Wissenschaftler unabhängig von kommerziellen Interesssen Kontrollmechanismen untersuchen, dass die WHO-Mitgliedsstaaten von ihrer Dachorganisation die Entwicklung einer Rahmenkonvention einfordern, dass die WHO und andere geeignete Organisationen Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommensstatus technische Unterstützung bereitstellen, damit diese Alkohol kontrollierende Maßnahmen entwickeln, einführen und testen, dass globale und regionale Netzwerke aus Nichtregierungsorganisationen den Prozess der Rahmenkonvention unterstützen und dass die Alkoholindustrie ihre subversiven Anstrengungen einstellt, die Entwicklung wirksamer Maßnahmen, Bemühungen der Gesundheitsförderung und Zielsetzungen der Forschung zu beeinflussen.

Die Autoren folgern: "Um diese Antwort zu ermöglichen, benötigen wir: einen aktiven Verhandlungsprozess, in dem das internationale Hauptaugenmerk bezüglich des Alkohols ausgeweitet wird; nationale Regierungen, die überzeugt zu ihren Maßnahmen stehen und darin unterstützt werden sowie eine national und international zunehmende Interessensvertretung auf nichtstaatlicher Ebene. Die Anwendung internationalen Rechts ist essenziell, um ein Forum für Kooperation und Verhandlung – ein FCAC - zu schaffen. Ebenso müssen auch die ersten unternommenen Schritte dringend ausgeweitet werden."

Quelle: S Casswell and T Thamarangsi . Reducing harm from alcohol: call to action. Lancet 2009; 373: 2247
 
http://www.thelancet.com
 
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