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THE LANCET   26.06.09
 
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Medikamentenkombination bei Schlafkrankheit besser als herkömmliche Therapien

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Die Kombination von Nifurtimox und Eflornithin zur Behandlung der Schlafkrankheit gilt als sicher, wirksam und ist auch kostengünstiger als die gegenwärtigen Therapiemethoden. Daher sollte diese Medikamentenkombination im südlich der Sahara gelegenen Afrika mit größerer Priorität in Kontrollprogramme eingeführt werden, wie ein aktueller Artikel folgert.

Die afrikanische Schlafkrankheit (Trypanosomiasis, HAT, eine tödlich verlaufende, schlecht therapierbare Erkrankung, befällt jährlich zehntausende Menschen im südlich der Sahara gelegenen Afrika. Melarsoprol war über 60 Jahre hinweg das meist verabreichte Medikament, es ist jedoch hochtoxisch und verursacht schwerwiegende unerwünschte Reaktionen. Die jüngere Alternative Eflornithin zeigte sich dagegen wirksamer und besser verträglich, ist jedoch schwieriger zu verabreichen, da dies im Verlauf von 14 Tagen alle 6 Stunden eine langsame Infusion erforderlich macht. In finanzschwachen Gemeinden erfolgte der Einsatz daher nur eingeschränkt. Ein drittes, gegenwärtig zur Behandlung der Chagas-Krankheit oral verabreichtes Medikament, Nifurtimox, zeigte einige viel versprechende Ergebnisse in der Kombination mit Eflornithin. Es ist bislang nicht zur Behandlung der Schlafkrankheit registriert.

Um den Stand der Forschung voranzutreiben, starteten Gerardo Priotto und Kollegen eine randomisierte Studie an Patienten mit Schlafkrankheit im zweiten Stadium (die Infektion hat das Gehirn erreicht, die Prognose ist meist sehr schlecht). Sie verglichen Wirksamkeit und Sicherheit einer Nifurtimox-Eflornithin-Kombinationstherapie (NECT) mit der standardisierten Gabe von Eflornithin, der aktuell besten verfügbaren Therapie.

Insgesamt wurden zwischen 2003 und 2006 287 Patienten im Alter von 15 oder mehr Jahren aus vier Behandlungszentren im Kongo und der Demokratischen Republik Kongo erfasst. Die Patienten erhielten per Zufallsverfahren entweder intravenös Eflornithin (täglich alle 6 Stunden 400 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht) im Verlauf von 14 Tagen oder intravenös Eflornithin (täglich alle 12 Stunden 400 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht) im Verlauf von 7 Tagen und zusätzlich oral Nifurtimox (täglich alle 8 Stunden 15 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht) über die Dauer von 10 Tagen (NECT). Die Patienten wurden über 18 Monate nachuntersucht und in regelmäßigen Intervallen auf Rückfälle hin untersucht.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass NECT der aktuell besten Therapie mit Eflornithin nicht unterlegen ist. Die Heilungsraten lagen in der NECT-Gruppe mit 96,5 bis 97,9 Prozent deutlich höher als die 91,6 bis 62,3 Prozent in der ausschließlich mit Eflornithin behandelten Patientengruppe.

Zudem wurde NECT mit nur der Hälfte schwerer unerwünschter Ereignisse weitestgehend gut vertragen. Im Vergleich zur Eflornithin-Gruppe traten Infektionen wie Durchfallerkrankungen und Fieber mit geringerer Häufigkeit auf.

Die Autoren folgern, dass NECT bezüglich der Sicherheit Vorteile hätte, leichter zu verabreichen (Infusion alle 12 Stunden für 7 Tage gegenüber allen 6 Stunden für 14 Tage) und auch kostengünstiger sei. Da eine Medikamentenkombination außerdem eher gegen die Entstehung einer Medikamentenresistenz geschützt wäre, fordern die Forscher den Einsatz als Erstlinientherapie in den die Schlafkrankheit kontrollierenden Programmen.

In einem begleitenden Kommentar bemerken Charles Woodrow vom St. George’s der Universität London und Jimmy Opigo vom Moyo District Hospital in Uganda, dass diese Ergebnisse eine starke Basis von Hinweisen lieferten, die die Einführung von NECT in nationale Behandlungsstrategien unterstützen könnten. Die Kommentatoren diskutieren die verbleibenden Herausforderungen, darunter die dringende Notwendigkeit, verbesserte Therapien für Patienten mit Schlafkrankheit im ersten Stadium zu entwickeln.

Quelle: G Priotto and others. Nifurtimox-eflornithine combination therapy for second-stage African Trypanosoma brucei gambiense trypanosomiasis: a multicentre, randomised, phase III, non-inferiority trial. Lancet 2009; 373: 10.1016/S0140-6736(09)61117-X
 
http://www.thelancet.com
 
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