| Deutsche Website |
|
Übersicht
Finanzierung der globalen Gesundheit hat sich in 17 Jahren vervierfacht – nicht für alle Forschungen zeigen, dass sich Finanzleistungen für das Gesundheitswesen in Entwicklungsländern in den vergangenen zwei Jahrzehnten vervierfacht haben. Sie stiegen von 5,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 1990 auf 21,8 Milliarden im Jahr 2007. Private Spender ersetzen schrittweise Regierungen und Organisationen wie die Weltbank als wichtigste Kanäle der Finanzierung der globalen Gesundheit. Im Jahr 2007 machten diese Hilfeleistungen 30 Prozent aus. Die gesundheitsbezogenen Hilfen erreichen jedoch nicht immer die ärmsten Länder oder jene mit den ungesündesten Lebensbedingungen. Dies zählt zu den Schlussfolgerungen eines aktuellen Artikels, verfasst von Dr. Nirmala Ravishankar und Professor Christopher Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington in Seattle und Kollegen. Der Bericht analysiert die Finanzierung seitens der Hilfsorganisationen aus 22 Industrienationen, multilateraler Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO und hunderter gemeinnütziger Gruppen und Wohlfahrtsverbände. Im Vorfeld dieses Berichts konnten die meisten privaten gesundheitsbezogenen wohltätigen Spenden nicht belegt werden, d.h., dass nahezu ein Drittel aller Hilfen nicht nachverfolgt werden konnte. Insgesamt erhalten arme Länder zwar mehr Finanzmittel als Länder mit besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten, es gibt jedoch erhebliche Abweichungen. Das südlich der Sahara gelegene Afrika erhält die höchsten Finanzmittel, allerdings erhalten einige afrikanische Länder geringere Hilfen als südamerikanische Länder mit niedrigeren Krankheitsbelastungen wie beispielsweise Peru und Argentinien. Von den 30 Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommensstatus und den häufigsten Krankheitsraten sowie vorzeitigen Todesfällen fehlen 12 auf der Liste jener Länder, die die höchsten Leistungen erhalten, darunter Angola, Ukraine und Thailand. Mali und Kolumbien haben zwar vergleichbare Krankheitsraten, Kolumbien bezieht jedoch das Dreifache an gesundheitsbezogener finanzieller Hilfe. Die Studie stellte ebenfalls fest, dass zwei der neu auftretenden wirtschaftlichen Supermächte, China und Indien, gewaltige Summen für das Gesundheitswesen erhalten. Der Bericht zeigt dass AIDS/HIV wenigstens 23 Prozent der Finanzhilfen erhalten, die in die gesundheitsbezogene Entwicklungshilfe fließen. Tuberkulose und Malaria erhielten weniger als ein Drittel davon, obwohl in den Entwicklungsländern die kombinierten Belastungen durch diese beiden Krankheiten größer sind. Dies widerspricht auch den Versprechungen der G8-Staaten, diesen Krankheiten mehr Finanzmittel zukommen zu lassen. Zur gleichen Zeit fließen nur 5 Prozent der in die Gesundheitshilfe geschleusten Mittel in systemweite Gesundheitsförderung wie die Finanzierung neuer Kliniken, Ausbildung von Ärzten und Vorbeugeprogramme. Derartige systemweite Unterstützung wurde als wichtige Priorität globaler Gesundheit erkannt. Andere interessante Ergebnisse beinhalten, dass sich die Ausweitung der Finanzierung der globalen Gesundheit von 1990 bis 2001 erstmals und bis 2007 nochmals verdoppelt hatte. Außerdem wurde dieses Wachstum weitestgehend von Spenden der US-amerikanischen Regierung sowie von US-beheimateten privaten wohltätigen Organisationen angetrieben. Bei ausschließlicher Betrachtung des Volumens entfielen über 50 Prozent der gesamten Entwicklungshilfe für das Gesundheitswesen auf die USA. Im Sinne jenes Anteils des nationalen Einkommens jedoch, das in die Gesundheitshilfe fließt, laufen die USA Schweden, Luxemburg, Norwegen und Irland hinterher. Die Bill & Melinda Gates Foundation führt die Liste privater Spender an, die globale Gesundheitshilfen unterstützen. Ihr Umfang betrug im Jahr 2007 nahezu 4 Prozent aller Gesundheitsförderungen. Professor Murray folgert: "Solange keiner dieses gewaltige Wachstum der Finanzierung nachvollzieht, ist es kein Wunder, dass einige Länder auch ohne unmittelbar offenkundige Begründung weit mehr Mittel beziehen als ihre Nachbarn. Wir hoffen dass dieser Versuch, Geld zu zählen, das niemals zuvor in sorgfältiger und konsequenter Art und Weise gezählt wurde, zu größerer Transparenz und sinnvollerer Verwendung von Gesundheitsressourcen führt." Quelle: N Ravishankar and others. Financing of global health: tracking development assistance for health from 1990 to 2007. Lancet 2009; 373: 2113 http://www.thelancet.com |
|||||||||||