THE LANCET 12.06.09
 

Amerikanische Gesundheitsinstitute konzentrieren sich auf chronische Krankheiten in Entwicklungsländern
Das US-National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) der amerikanischen Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) hat seine Pläne verstärkt, chronische Krankheiten in Entwicklungsländern zu bekämpfen. Hierzu wird das Institut mit einer führenden Organisation zusammen arbeiten, die auf dem Sektor Gesundheit und Wohlbefinden tätig ist, um weltweit Kompetenzzentren (CoEs) einzurichten. Darüber hinaus ist das NHLBI Gründungsmitglied der Global Alliance for Chronic Disease. Die Details werden in einem aktuellen vorab 'Online First' veröffentlichten Kommentar beschrieben.

Der von Dr. Elizabeth G. Nabel, Direktorin des NHLBI in Bethesda, Simon Stevens, geschäftsführender Vizedirektor der UnitedHealth Group sowie Dr. Richard Smith, Direktor der UnitedHealth Chronic Disease Initiative verfasste Kommentar beschreibt ausführlich die mit chronischen Krankheiten verbundenen Probleme, denen sich Entwicklungsländer gegenüber sehen. Gesundheitsstörungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Typ-2-Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen verursachen weltweit mehr als die Hälfte aller Todesfälle, wobei 80 Prozent dieser mit chronischen Krankheiten verknüpften Todesfälle in diesen ärmeren Ländern auftreten. Die Autoren stellen fest: "Wenn die aktuelle Tendenz unvermindert anhält, wird die jährliche Sterberate auf Grund chronischer Krankheiten im Jahr 2015 41 Millionen betragen. Nahezu die Hälfte dieser Fälle wird die unter 70-jährigen Personen betreffen. Da die Hauptursachen chronischer Erkrankungen bekannt sind, kann die Hälfte dieser Todesfälle vermieden werden."

Das NHLBI ist eine Partnerschaft mit der UnitedHealth Group eingegangen, um weltweit eine Arbeitsgemeinschaft von Kompetenzzentren einzurichten, darunter in Bangladesch, China, Guatemala, Indien, Kenia, Peru, Südafrika-Tansania und Tunesien sowie an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze. Die Autoren kommentieren: "Jedes Kompetenzzentrum schließt ein Forschungsinstitut in einem Entwicklungsland mit ein, das mit wenigstens einer akademischen Einrichtung in einer Industrienation partnerschaftlich verbunden ist. Die Forschungsbereiche umfassen eine Reihe auf regionale Bedürfnisse und Krankheitsfolgen zugeschnittener Aktivitäten. Klar ist, dass chronische Krankheiten keine Grenzen kennen, sie treten auch gemeinsam auf. Daher zielt dieses Konsortium darauf ab, die Forschung über einzelne Krankheiten hinaus auszuweiten, was mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO übereinstimmt, chronische Krankheiten zu bekämpfen, da diese unter Alltagsbedingungen gehäuft auftreten."

Die ersten Ergebnisse sind ermutigend. Die Standorte in Südafrika-Tansania und China beispielsweise entwickeln tragbare Gerätschaften, die im Außendienst eingesetzt werden können, um die Risiken chronischer Erkrankungen zu bewerten. Das südafrikanische Institut hat seine einfachen, aber dennoch umfassenden Behandlungsrichtlinien zu chronischen Krankheiten nahezu vervollständigt, die dann von Krankenschwestern und gemeindlichen Gesundheitsbediensteten angewandt werden können. Einige Kompetenzzentren wie jene in Bangalore (Indien), Guatemala, Tunesien und an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze arbeiten mit ganzen Gemeinden, darunter auch Schulen und Arbeitsstätten zusammen, um das Gemeinwesen so umzugestalten, dass eine Wahl nach Gesundheitsaspekten auch einfach und praktikabel ist.

Die Autoren folgern: "Das US-National Heart, Lung, and Blood Institute und die UnitedHealth Group werden mit anderen Organisationen partnerschaftlich zusammenarbeiten, um Synergien zu verstärken und unnötige doppelte Arbeit zu vermeiden. Zu diesem Zweck ist das NHLBI als Gründungsmitglied der Global Alliance for Chronic Disease beigetreten, einer neuen Allianz von ursprünglich sechs Geldgebern nationaler biomedizinischer Forschung, um den Anforderungen der Erforschung nicht übertragbarer chronischer Krankheiten gerecht zu werden."

"Die Zeit für eine nachhaltige und koordinierte wissenschaftliche Führung ist gekommen, die globalen Anstrengungen auf die Bekämpfung des sozialen, ökonomischen und politischen Tributs der chronischen Krankheiten zu konzentrieren. Die Zusammenarbeit des NHLBI und der UnitedHealth Group ist ein wesentliches Teilstück dieser Initiative der öffentlichen Gesundheit, die für unsere Weltgemeinschaft so unerlässlich ist."

Quelle: E G Nabel and others. Combating chronic disease in developing countries. Lancet 2009; 373: 2004

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