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Übersicht
Rosiglitazone in Kombinationstherapien beim Diabetes Typ 2 mit neuen Risiken behaftet Die Verwendung von Rosiglitazonen in Kombination mit Standardmedikamenten (Metformin oder Sulfonylharnstoffen) zur Verringerung des Blutzuckerspiegels bei Typ-2-Diabetes erhöht nicht die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Todesfällen. Allerdings bestätigt die RECORD-Studie, dass die Verabreichung von Rosiglitazonen die Risiken für Herzattacken mehr als verdoppelt, und auch die Risiken für Knochenbrüche, vor allem bei Frauen, erhöht. Die Ergebnisse der Studie werden in einem vorab 'Online First' veröffentlichten Artikel beschrieben. Sie werden gleichzeitig auf der Tagung der American Diabetes Association (ADA) in New Orleans vorgestellt. Rosiglitazone gehören zu einer als Thiazolidindione bezeichneten Medikamentenklasse und zeigten sich in zahlreichen Studien als wirksame Blutzucker kontrollierende Substanzen. Die Studien haben allerdings auch angedeutet, dass Rosiglitazone ein erhöhtes Risiko für Herzanfälle hervorrufen könnten. Bedenken bezüglich weiterer unerwünschter Nebenwirkungen haben die Anwendung des Medikaments verringert. In dieser randomisierten Studie untersuchten Professor Philip Home von The Medical School an der Newcastle University und Kollegen 4447 Patienten mit Diabetes Typ 2, die bei einem mittleren Zuckerhämoglobin-Wert (HbA1c) von 7,9 Prozent bereits mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen behandelt wurden. Den Patienten wurden entweder zusätzlich Rosiglitazone (2220 Patienten) oder eine Kombination von Metformin und Sulfonylharnstoffen (Kontrollgruppe, 2227 Patienten) zugeordnet. Primärer Endpunkt war eine Krankenhauseinweisung auf Grund von Herz-Kreislauf-Komplikationen oder einem kardiovaskulären Tod. Die Forscher stellten fest, dass 321 Personen der Rosiglitazone-Gruppe, wie auch 323 Personen der Kontrollgruppe den primären Endpunkt erreichten, somit also kein statistisch signifikanter Unterschied vorlag. Es wurde ebenso festgestellt, dass bei 61 Personen der Rosiglitazone-Gruppe und bei nur 29 Personen der Kontrollgruppe ein Herzversagen eine Klinikeinweisung notwendig machte oder der Tod eintrat. Somit hatte sich das Risiko eines Herzversagens bei den Rosiglitazone-Patienten mehr als verdoppelt. Das Risiko für Knochenbrüche der Arme und unteren Beine erhöhte sich bei den Rosiglitazone-Patienten um 57 Prozent, wobei dieses gesteigerte Risiko bei Frauen (82 Prozent) weitaus höher lag als bei Männern (23 Prozent). Die Autoren bemerken: "Es ist zu begrüßen, dass robuste Hinweise vorliegen, dass diese nützliche Medikation mit Blick auf kardiovaskuläre Ereignisse anderen Glukose senkenden Medikationen vergleichbar wirkt. Es ist ebenfalls begrüßenswert, zu sehen, dass sie den Blutzuckerspiegel langfristig betrachtet besser kontrolliert. Die Daten bezüglich der Frakturen und des Herzversagens sind bekannte Effekte der Medikamentenklasse. Hier liefert die Studie nützliche Daten für Klinikärzte und Diabeteskranke als Entscheidungshilfe, wann die Verabreichung von Rosiglitazonen nicht sicher ist." Die Forscher folgern: "Worin liegen die klinischen Folgerungen für den zukünftigen Einsatz von Rosiglitazonen? Rosiglitazone können jenen Personen nicht empfohlen werden, die Vorgeschichten eines Herzversagens aufweisen oder vorangegangene Probleme hatten, die zu Fehlfunktionen des Herzmuskels geführt haben könnten. Rosiglitazone sollten bei Frauen mit hohem Frakturrisiko mit Vorbehalt verwendet werden. Obwohl unsere Hinweise nicht ausreichen, im Vergleich zu anderen Glukose senkenden Substanzen ein kleines, auf Grund der Rosiglitazone-Medikation gesteigertes Risiko eines Myokardinfarkts auszuschließen, erhöhen Rosiglitazone kardiovaskuläre Morbidität oder Sterblichkeit insgesamt nicht." In einem begleitenden Kommentar bemerken Dr. Ravi Retnakaran und Dr. Bernard Zinman vom Mount Sinai Hospital in Toronto und der University of Toronto, dass halbmaximale Dosierungen der Rosiglitazone (oder des verwandten Medikaments Pioglitazon) in einer Kombinationstherapie in Betracht gezogen werden könnten. Es sei generell akzeptiert, dass halbe Dosierungen bessere als nur halbe Ergebnisse lieferten und dabei Nebenwirkungen einschränkten. Die Forscher folgern: "Diese Kombinationstherapie wird zur Zeit mit Blick auf die Vermeidung von Diabetes bei Personen mit eingeschränkter Glukosetoleranz hin bewertet. Wenn die Wirksamkeit dieser Strategie bestätigt wird, könnten wir den optimalen Weg finden, diese Medikamentenklasse zur Behandlung des Typ-2-Diabetes einzusetzen." Quelle: P Home and others. Rosiglitazone evaluated for cardiovascular outcomes in oral agent combination therapy for type 2 diabetes (RECORD): a multicentre, randomised, open-label trial. Lancet 2009; 373: 10.1016/S0140-6736(09)60953-3 http://www.thelancet.com |
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