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THE LANCET   05.06.09
 
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Ratifizierung der Menschenrechtsverträge bringt gesundheitlichem Status keine Änderung

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Ein aktueller Artikel folgert, dass es bezüglich des Gesundheitszustands der jeweiligen Bevölkerung keinen Unterschied mache, ob das Land die Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen UN unterzeichnet habe oder nicht. Dieser 'Health Policy'-Artikel wurde von Dr. Edward J. Mills vom British Columbia Centre for Excellence in HIV/AIDS im kanadischen Vancouver und Kollegen verfasst.

Die Autoren bezogen für ihre Analyse Daten aus 170 Ländern und untersuchten eine Reihe von Gesundheitsindikatoren wie HIV-Häufigkeit und Sterblichkeit von Müttern, Kleinkindern (unter einem Jahr) und Kindern (unter fünf Jahren). Die sechs ausgewählten UN-Menschenrechtsverträge waren die Kinderrechtskonvention, der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau, das Übereinkommen gegen Folter, das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung und der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt).

Etwa 65 Prozent der Länder hatten alle sechs Konventionen unterzeichnet, dennoch hatte die Ratifizierung keinen Einfluss auf die untersuchten Gesundheitsindikatoren. Bezüglich der sozialen Indikatoren wie Kinderarbeit und Korruption konnte ebenfalls kein Unterschied festgestellt werden zwischen den Staaten, die unterzeichnet und jenen, die nicht unterzeichnet hatten. Obwohl Industrienationen durchweg größere gesundheitsbezogene Zugewinne hatten als ärmere Länder, so war dies von der Ratifizierung dennoch unabhängig. Dr. Mills bemerkt hierzu: "Diese Ergebnisse sind äußerst Besorgnis erregend, liegt die Betonung doch darauf, dass die internationale Gemeinschaft auf einvernehmlichen Beschlüssen und internationalem Recht beruht. Unsere ist nicht die erste Studie, die folgert, dass internationale Rechtsdokumente nur geringfügig mit Verbesserungen für die Bevölkerungen verknüpft sind, jedoch die erste, die gesundheitsbezogene Fragen untersucht."

Diese Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Notwendigkeit, dass ratifizierende Staaten Fortschritte angemessen beobachten und den Erfolg ihrer Interventionen nachverfolgen müssen. Bis dahin sind nach Meinung der Autoren "die symbolischen Gesten der Verbesserung inhaltslos und für jene Bevölkerungen irreführend, die den Fortschritt dringend benötigen."

Die Autoren folgern: "Wenn schon die Realisierung des höchsten erreichbaren Gesundheitsstandards eine schrittweise Verpflichtung ist, so ist die Realisation einer minimalen grundlegenden Gesundheitsfürsorge eine unmittelbare solche. Die Tatsache, dass wirtschaftlicher Status als beste Vorhersage guten Gesundheitszustands galt, jedoch nicht mit der Wahrscheinlichkeit der Ratifikation der Konventionen verknüpft war, betont die zentrale Rolle der Finanzierung auf dem Weg zum Recht auf Gesundheit."

Quelle: A Palmer and others. Does ratification of human-rights treaties have effects on population health?. Lancet 2009; 373: 1987
 
http://www.thelancet.com
 
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