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THE LANCET   05.06.09
 
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Wirksamer Impfschutz gegen Humanes Papilloma Virus (HPV)

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Der HPV-Impfstoff kann noch nicht infizierte Frauen im Alter von 24 bis 45 Jahren vor einer Infektion mit dem Humanen Papilloma Virus schützen, folgert ein bereits vorab 'Online First' veröffentlichter aktueller Artikel. Die Autoren sind Dr. Nubia Muñoz vom National Institute of Cancer im kolumbianischen Bogotá und Kollegen.

Die im Verlauf der vergangenen 30 Jahre erfolgten Änderungen im Sexualverhalten, charakterisiert durch höheres Alter bei der ersten Eheschließung wie auch durch gesteigerte Scheidungsraten, hatten häufigeren vorehelichen Geschlechtsverkehr und Partnerwechsel im mittleren Lebensalter zur Folge. Für ältere Frauen liegt daher ein potenzieller Nutzen in der Impfung gegen das Humane Papilloma Virus, das durch sexuellen Kontakt übertragen wird und zu Gebärmutterhalskrebs und anderen Erkrankungen des Gebärmutterhalses führen kann. In dieser randomisierten Studie wurden Frauen entweder geimpft oder erhielten Placebo. Sie durften hierfür keine Vorgeschichte eines Gebärmutterhalskrebses oder sonstige Zervixerkrankungen oder Feigwarzen aufweisen, die durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 hervorgerufen werden. Die Impfung bestand im tetravalenten HPV-Impfstoff, der die Frauen gegen alle vier Typen schützen soll.

Insgesamt erhielten 1911 Frauen zum Tag 1 und in den Monaten 2 und 6 den Impfstoff, 1908 Frauen Placebo. Es wurden zwei Endpunkte untersucht – der erste war eine sechsmonatige oder längere Infektionsdauer und eine Erkrankung der externen Genitalien aufgrund der HPV-Typen 6, 11, 16, 18. Der zweite Endpunkt glich dem ersten, beschränkte sich jedoch auf die Typen 16 und 18. Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum betrug 2,2 Jahre (wobei weitere Daten zum Ende der vierjährigen Studie präsentiert werden sollen). Spezifische Patientenpopulationen unter den Frauen wurden analysiert.

Die Per-Protocol-Population umfasste 1615 geimpfte und 1607 mit Placebo behandelte Frauen. Alle Frauen wurden bezüglich des relevanten HPV-Typs zum Tag 1 und bis zum Monat 7 negativ getestet. Außerdem mussten sie alle drei Impfungen innerhalb eines Jahres erhalten haben und zu einer oder mehreren Nachuntersuchungen nach dem Monat 7 erschienen sein. Die Forscher stellten fest, dass unter diesen Frauen vier Fälle von Infektionen oder Erkrankungen in der Impfgruppe und 41 Fälle in der Placebogruppe auftraten. Dies bedeutet, dass der Impfstoff eine Wirksamkeit von 91 Prozent gegen alle vier Virenstämme zeigte. Betrachtet man ausschließlich die Typen 16 und 18, so traten vier Fälle in der Impfgruppe und 23 Fälle in der Placebogruppe auf, was einer Impfstoff-Wirksamkeit von 83 Prozent gleichkommt. Die Intention-To-Treat-Population umfasste Frauen, die nicht vollständig geimpft und/oder bereits HPV-infiziert waren.

Die Autoren stellen fest: "Die in der gemischten Gruppe (anfällige Frauen und jene, die bereits HPV-infiziert waren oder eine HPV-bezogene Erkrankung hatten) festgestellte niedrigere Wirksamkeit (etwa 30 Prozent) lässt vermuten, dass mit Blick auf die Impfung von Frauen im Alter von 24 bis 45 Jahren die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit geringer ausfallen werden, als die bislang beschriebenen Erfolge nach Impfungen anfälliger Heranwachsender. Diese Vermutung wird in zukünftigen Kosten-Nutzen-Analysen untersucht werden."

Obwohl die Studie zwei Endpunkte hatte, stellten die Autoren fest, dass die meisten Frauen, die den Endpunkt erreichten, zwar Infektionen hatten, jedoch nicht an Erkrankungen des Gebärmutterhalses oder der Genitalien litten. Die hohe Wirksamkeit der Impfung innerhalb der Intention-To-Treat-Population war somit vor allem das Ergebnis einer Wirksamkeit gegen Infektionen. Die Autoren bemerken: "Der maximale Effekt vorbeugender HPV-Impfprogramme wird bei jenen vorab nicht infizierten Frauen erreicht werden, die den Infektionen und Erkrankungen gegenüber anfällig sind, die mit den geimpften HPV-Typen verknüpft sind. Bemerkenswerterweise blieben die meisten in der aktuellen Studie erfassten erwachsenen Frauen zu Beginn den geimpften HPV-Typen gegenüber anfällig. Nahezu alle erfassten Frauen waren gegenüber drei oder vier HPV-Typen empfindlich, und etwa ein Drittel war nach den serologischen oder DNA-Testverfahren mit HPV 6, 11, 16 oder 18 positiv. Somit waren etwa zwei Drittel gegenüber allen vier HPV-Typen anfällig. Die meisten HPV-positiven Frauen waren nur bezüglich eines Typs positiv. Das bedeutet, dass der tetravalente HPV-Impfstoff diesen Frauen dennoch einen Nutzen bringen könnte, indem er sie auch vor den HPV-Typen schützt, mit denen sie nicht infiziert sind."

Die Autoren folgern: "Der tetravalente HPV-Impfstoff ist bei jenen Frauen im Alter von 24 bis 45 Jahren wirksam, die bei der Registrierung zur Studie nicht mit den relevanten HPV-Typen infiziert waren."

Quelle: N Muñoz and others. Safety, immunogenicity, and efficacy of quadrivalent human papillomavirus (types 6, 11, 16, 18) recombinant vaccine in women aged 24—45 years: a randomised, double-blind trial. Lancet 2009; 373: 1949
 
http://www.thelancet.com
 
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