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THE LANCET   22.05.09
 
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Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben ein erhebliches Risiko für Diabetes Typ 2

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Ein während der Schwangerschaft entwickelter Schwangerschaftsdiabetes (GD) bedeutet für die betroffenen Frauen ein siebeneinhalbfach erhöhtes Risiko, nach der Geburt an Diabetes Typ 2 zu erkranken, wobei dieses Risiko dann für den Rest ihres Lebens bestehen bleibt. Es gibt jedoch keine abgestimmten Verfahren bezüglich der langfristigen Nachuntersuchungen dieser Frauen, und viele kehren auch nicht zum gegenwärtig empfohlenen Diabetes-Test sechs Wochen nach der Geburt zurück. Nach einem aktuellen Artikel in der Diabetes-Spezial-Ausgabe deutet das Ausmaß der Verknüpfung an, dass beide Gesundheitsstörungen eine übergreifende Ursache haben. Dies sollte den Frauen Anreiz genug sein, den empfohlenen nachgeburtlichen Test durchführen zu lassen. Dieser Besuch könnte auch Gelegenheit für Ratschläge zu Ernährung und körperlicher Bewegung geben wie auch zu Behandlungen, um den Ausbruch des Diabetes zu verzögern oder zu vermeiden. Außerdem könnten hierdurch die Frauen und auch ihre für die langfristige Fürsorge verantwortlichen praktischen Ärzte bezüglich der Symptome zukünftiger Diabeteserkrankungen vorgewarnt werden.

Schwangerschaftsdiabetes ist definiert als eine Glukoseintoleranz, die erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wird, und die bis zu fünf Prozent der Schwangerschaften beeinträchtigt. Nach der Geburt sinkt die Blutzuckerkontrolle auf den Wert vor der Schwangerschaft zurück, bei betroffenen Frauen bleibt das hohe Risiko eines zukünftigen Diabetes Typ 2 jedoch bestehen. Dr. David Williams vom Institute for Women’s Health am University College London (UCL) sowie Kollegen des UCL und der London School of Hygiene and Tropical Medicine unternahmen eine Metaanalyse von 20 Studien, die etwa 675 000 Frauen umfassten, wovon 10 859 einen Diabetes Typ 2 entwickelten. Die Forscher stellten fest, dass Frauen mit GD nach der Schwangerschaft mit siebeneinhalbfach höherer Wahrscheinlichkeit Typ-2-Diabetes entwickeln als Frauen mit normaler Blutzuckerkontrolle während der Schwangerschaft.

Die Autoren folgern, dass weitere Studien notwendig seien, um Merkmale zur Identifikation einer Mutter mit GD festzulegen, die unter besonders hohem Risiko steht, Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Sie fügen hinzu: "Das in dieser Metaanalyse beschriebene erhöhte Risiko im relativen Risiko für einen Diabetes Typ 2 könnte helfen, Mütter zur Teilnahme an Screening-Programmen zu bewegen. Ebenso Fachleute des Gesundheitswesens, die Aufnahme in diese Programme zu verstärken oder gegebenenfalls den besten Zeitpunkt für eine Neubewertung vorzuschlagen. Da das Risiko für den Diabetes Typ 2 über mehrere Jahre anzuhalten scheint, ist es wichtig zu berücksichtigen, ob jegliche Art einer fortlaufenden Bewertung zu gesundheitlichen Gewinnen führen könnte.

Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, leiden auch an erhöhten Lipidkonzentrationen und Blutdrücken. Vom Typ-2-Diabetes wird außerdem angenommen, dass er das äquivalente Risiko überträgt, vorzeitig um 15 Jahre zu altern. Eine frühzeitige Identifikation und Behandlung dieser Faktoren könnte zudem dabei helfen, vorzeitige Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen in dieser Personengruppe zu verringern. Eine Auflösung der metabolischen Änderungen nach der Schwangerschaft könnte die Gelegenheit bieten, die Wirksamkeit von Eingriffen, vorrangig zur Vermeidung des Typ-2-Diabetes, zu überprüfen. Die Wirksamkeit und Kosteneffizienz derartiger Maßnahmen sollten in klinischen Studien untersucht werden."

In einem begleitenden Kommentar bemerkt Dr. Rhonda Bentley-Lewis vom Brigham and Women’s Hospital in Boston: "Die aktuelle Aufgabe besteht darin, sicher zu stellen, dass diese Information an Klinikärzte verbreitet und genutzt wird, vorbeugende Maßnahmen auf jene zu richten, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten. Uns Klinikärzten wird die seltene Gelegenheit geboten, den natürlichen Verlauf der Erkrankung wie auch die zukünftige Gesundheit der Frauen von heute zu ändern."

Quelle: L Bellamy and others. Type 2 diabetes mellitus after gestational diabetes: a systematic review and meta-analysis. Lancet 2009; 373: 1773
 
http://www.thelancet.com
 
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