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THE LANCET   22.05.09
 
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Fenofibrat verringert Risiko von Amputationen beim Diabetes Typ 2

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Die Verabreichung des Medikaments Fenofibrat zur Herabsetzung der Blutfette bei Personen mit Diabetes Typ 2 verringert das Risiko erster krankheitsbezogener Amputationen um 36 Prozent. Diese und andere Schlussfolgerungen der FIELD-Studie werden in einem aktuellen Artikel der Diabetes-Spezial-Ausgabe beschrieben.

Professor Anthony Keech und Dr. Kushwin Rajamani vom National Health and Medical Research Council Clinical Trials Centre an der University of Sydney sowie Kollegen analysierten die 9795 Diabetes-Patienten im Alter von 50 bis 70 Jahren, die an der randomisierten kontrollierten FIELD-Studie teilgenommen hatten. Die Patienten erhielten im Verlauf von fünf Jahren täglich entweder 200 Milligramm Fenofibrat (4895) oder Placebo (4900). Informationen zu Amputationen, ein vorab festgelegter tertiärer Endpunkt der Studie, wurden routinemäßig erfasst. Amputationen wurden als geringfügig erachtet, wenn sie unterhalb des Fußgelenks erfolgten, und schwerwiegend, wenn sie darüber lagen. Außerdem wurden die Amputationen klassifiziert, je nachdem, ob Erkrankungen der größeren Gefäße in den Gliedmaßen vorlagen oder nicht. Somit konnten jene Amputationen, die durch Atherosklerosen der großen Arterien notwendig waren, von jenen unterschieden werden, die auf Diabetes bezogenen mikrovaskulären Erkrankungen beruhten.

Die Forscher stellten fest, dass 115 Patienten Diabetes bezogene Amputationen der unteren Gliedmaßen erleiden mussten. Bei Patienten, die noch während der Studie Amputationen hatten, waren vorangegangene Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mikrovaskuläre Erkrankungen, frühere nicht traumatische Amputationen oder Geschwüre der Haut, Rauchen und bereits länger anhaltender Diabetes häufiger anzutreffen als bei den Patienten, die andere Herz-Kreislauf-Ereignisse (CV) erlebt hatten oder bei jenen, die weder CV-Ereignisse oder Amputationen erlitten hatten. Das Risiko von Erstamputationen lag bei allen mit Fenofibrat behandelten Patienten um 36 Prozent niedriger verglichen mit den Placebo-Patienten. Das Risiko geringfügiger Amputationen bei nicht bekannter Erkrankung der großen Gefäße lag in der Fenofibrat-Gruppe um 47 Prozent niedriger. Bezüglich des Risikos schwerer Amputationen gab es zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Darüberhinaus identifizierten die Autoren die Körpergröße als bedeutenden Einflusswert auf Amputationen, da das Risiko einer Amputation mit jeden weiteren 10 Zentimetern Körpergröße um das 1,6-fache anstieg.

Die Autoren stellen fest: "Alle 30 Sekunden erfolgt irgendwo weltweit eine Amputation auf Grund eines Diabetes. Amputationen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und laden den Gesundheitssystemen eine mächtige Bürde auf, deren jährliche Kosten in Großbritannien auf etwa 252 Millionen britische Pfund und in den USA auf etwa 1648 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Die meisten dieser Ausgaben sind mit dem Diabetes Typ 2 verknüpft, mit dem Diabetes Typ 1 weniger als zehn Prozent. Indirekte Kosten werden diese Zahlen zukünftig noch deutlich steigern."

Die Forscher folgern: "Die klassischen Kennzeichen makrovaskulärer und mikrovaskulärer Risiken konnten bei Patienten mit Diabetes Typ 2 mit Amputationen unterer Extremitäten verknüpft werden. Die Behandlung mit Fenofibrat verringerte das Risiko von Amputationen, insbesondere geringfügige Amputationen bei nicht bekannten Erkrankungen der großen Gefäße. Diese Ergebnisse könnten eine Änderung der Standardbehandlung herbeiführen, um Diabetes bezogene Amputationen unterer Gliedmaßen zu vermeiden. Die Ergebnisse zeigen eine Verringerung der Amputationsraten, die nach nur anderthalb Jahren Fenofibrat-Therapie einzutreten scheint."

In einem begleitenden Kommentar bemerken Dr. Sergio Fazio und Dr. MacRae F. Linton vom Vanderbilt University Medical Center im US-amerikanischen Nashville, dass "wir staunen sollten angesichts der unerwartet großen Effekte der Fibrat-Behandlung auf diabetische Retinopathie und Amputationen gleichermaßen". Da Entwicklung und Behandlung von Geschwüren der Haut eindrückliche Anzeichen zukünftiger Amputationen sind, fügen die Forscher hinzu, dass "man sich fragen muss, ob manche der Effekte des Fenofibrats eventuell einer verbesserten Wundheilung zuzuordnen sind".

Die Kommentatoren folgern: "Dieser Effekt, mehr noch als entzündungshemmende, antioxidative oder Endothel-Effekte, wird Fibrate von den vielen Medikamenten (Statine, blutdrucksenkende Mittel, Aspirin und Vitamin E) absetzen, die bislang nicht in der Lage waren, Amputationen bei Diabeteskranken zu verringern."

Quelle: K Rajamani and others. Effect of fenofibrate on amputation events in people with type 2 diabetes mellitus (FIELD study): a prespecified analysis of a randomised controlled trial. Lancet 2009; 373: 1780
 
http://www.thelancet.com
 
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