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Übersicht
Schlaganfallversorgung in Großbritannien in alarmierendem Zustand Der schockierende Zustand der britischen Schlaganfallversorgung wird in einem aktuellen Leitartikel beleuchtet. Der Leitartikel bezieht sich hierbei auf einen jüngeren Bericht der Clinical Effectiveness and Evaluation Unit des Royal College of Physicians in London, der darlegte, dass bis zu einem Viertel der Schlaganfallpatienten nicht die bestmögliche Versorgung in einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) erhalten. Eine gute Schlaganfallversorgung muss nach allgemeiner Auffassung folgende Maßnahmen umfassen: 90 Prozent der Behandlungszeit müssen in einer Stroke Unit verbracht werden, rasche Untersuchungen auf Schluckbeschwerden, eine Computertomografie des Gehirns innerhalb von 24 Stunden, Aspirin, Untersuchungen durch Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, Gewichtsmessungen, Bewertungen der Stimmungslage sowie von einem multidisziplinären Team entwickelte Zielsetzungen der Rehabilitation. Rasche Erstuntersuchungen, thrombolytische Medikamente, wenn angezeigt, und Rehabilitation sind für die Genesung von wesentlicher Bedeutung. Der Bericht zeigt jedoch, dass nur 17 Prozent aller Betroffenen innerhalb von 4 Stunden nach Einweisung in ein Krankenhaus einer Akutversorgung in einer Stroke Unit zugeführt wurden. Gerade einmal 21 Prozent hatten eine Tomografie des Gehirns innerhalb von 3 Stunden, und obwohl bei etwa 15 Prozent der Patienten eine Thrombolyse in Frage gekommen wäre, wurde diese bei nur einem Prozent durchgeführt. Der Leitartikel kritisiert: "Diese Ergebnisse sind schockierend. Die Schlaganfallversorgung in England, Wales und Nordirland bietet nicht nur ungleiche Maßnahmen, sondern auch noch eine Versorgung, die nicht mal die in der National Stroke Strategy festgelegten Standards erreicht." Er fügt jedoch hinzu, dass diese Strategie Verbesserungen in der Schlaganfallversorgung angeregt hätte, und dass der Sachverhalt nun besser läge als 2006. Während finanzielle und betriebliche Ausstattung wie beispielsweise unzureichende Personalbesetzung ganz deutlich ein Problem sind, befürwortet der Leitartikel auch eine höhere Priorität der Schlaganfallversorgung und ein verstärktes öffentliches Bewusstsein. Die erfolgreiche Werbekampagne "Time is Brain" in den USA zeige die Wichtigkeit einer frühen Erkennung der Schlaganfall-Symptome. Eine ähnliche Kampagne ist in Großbritannien im Gange. Der Leitartikel bemerkt: "Die verstärkte Anwendung der FAST-Kriterien zur Diagnose eines Schlaganfalls (eine oder mehrere Facialisschwächen, Arm- und Beinschwächen, Sprechschwierigkeiten, abgelaufene Zeit bis zur Benachrichtigung des Notarztes) und somit zur direkten Einweisung von Patienten in eine Stroke Unit würde die rasche Aufnahme am richtigen Ort ermöglichen. Ebenso hilfreich wäre es, die Priorität zu steigern, mit der Sanitäter auf Anrufe bei vermuteten Schlaganfällen reagieren." Der Leitartikel folgert: "Der Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Trotz zweier Jahrzehnte der Forschung, die den Nutzen der Schlaganfall-Spezialstationen, der Thrombolyse und des Aspirins bezüglich der Verringerung von Sterblichkeit und Invalidität bewiesen haben, steht der Schlaganfall immer noch im Schatten seiner großen Schwester, dem Herzinfarkt. Noch heute wird erwartet, dass Invalidität durch Schlaganfall dem Durchschnittsalter der Bevölkerung entsprechend erheblich zunehmen wird. Mit Blick auf den weltweiten Ärztemangel und anderer Ressourcen, die Strategien der Schlaganfallversorgung einführen sollen, erscheint der Slogan 'Time is Brain' niemals angemessener." Quelle: Editorial. Emergency and comprehensive care for stroke needed. Lancet 2009; 373: 1496 http://www.thelancet.com |
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