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Übersicht
Sterblichkeit von Krebspatienten wird durch Anämiebehandlung gesteigert Medikamente, die bei Krebspatienten zur Behandlung einer Anämie die Produktion roter Blutkörperchen anregen sollen, erhöhen auch die Sterblichkeit. Das mit den Substanzen verknüpfte gesteigerte Todesfallrisiko sollte gegen den Nutzen abgewogen werden. Dies folgern Dr. Julia Bohlius von der Universität Bern und Professor Andreas Engert von der Universität Köln in einem aktuellen Artikel. Diese Erythropoese-stimulierende Substanzen (ESAs) genannten Medikamente verringern die Notwendigkeit für Transfusionen roter Blutkörperchen und könnten somit die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern. Allerdings gibt es Berichte, wonach sie das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen, und auch das Tumorwachstum anregen könnten. Die Unsicherheit besteht weiterhin darin, ob und wie diese Medikamente die Überlebensrate beeinflussen. Ihre Sicherheit wurde daher von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) wie auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) wiederholt diskutiert. Die Autoren unternahmen eine Metaanalyse von 53 nahezu 14 000 Patienten umfassenden Krebsstudien, um den Effekt der ESAs auf die Sterblichkeit zu ermitteln. Sie untersuchten die Sterblichkeitsrate während der aktiven Studiendauer wie auch während des längsten bekannten Nachuntersuchungszeitraums. Die Forscher stellten fest, dass von insgesamt 4933 Patienten 1530 während der aktiven Studienphase starben. ESAs trugen mit 17 Prozent zu einem relativen Anstieg der Sterblichkeit während der aktiven Studie bei. Eine Analyse von 38 Studien, die 10 441 nur mit Chemotherapie behandelte Krebspatienten umfassten, ergab, dass der relative Anstieg der Sterblichkeit, der den ESAs zugeordnet werden konnte, bei 10 Prozent lag. Die Art der angewandten Krebstherapie verursachte bezüglich der Behandlungsergebnisse keine Unterschiede. Die Autoren bemerken: "Die Ergebnisse dieser Metaanalyse von individuellen Patientendaten zeigen, dass Erythropoese-stimulierende Substanzen die Sterblichkeit bei allen Krebspatienten erhöhen. Ein vergleichbarer Anstieg könnte auch bei Patienten unter Chemotherapie vorliegen. In der klinischen Praxis sollten die gesteigerten Risiken für Tod und thromboembolische Ereignisse gegen den Nutzen der ESA-Behandlung abgewogen werden, indem sämtliche klinische Umstände und Vorlieben der einzelnen Patienten berücksichtigt werden. Weitere Daten bezüglich der Auswirkungen dieser Medikamente auf Lebensqualität und Tumorwachstum sind notwendig. Ähnliche Metaanalysen wie die vorliegende werden diese Fragen aufgreifen." Quelle: Bohlius, J. and others. Recombinant human erythropoiesis-stimulating agents and mortality in patients with cancer: a meta-analysis of randomised trials. Lancet 2009; 373: 1532 - 1542 http://www.thelancet.com |
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