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THE LANCET   05.09.08
 
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Veröffentlichung zu Stressinkontinenz zurückgezogen

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Ein aktueller Kommentar erklärt, warum The Lancet entschieden hat, den bereits veröffentlichten Artikel "Autologous myoblasts and fibroblasts for treatment of stress urinary incontinence: a randomised controlled trial" von Hannes Strasser und Kollegen zurückzuziehen.

Der Prüfbericht der AGES PharmMed, ein Geschäftsbereich der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), kam zum Schluss, dass die Durchführung der Studie weder den österreichischen Gesetzen noch den Standards der International Conference on Harmonisation of Good Clinical Practice (GCP) entsprochen hätte. Der Bericht folgerte, dass es bezüglich der Einwilligung der Patienten kritische Mängel gegeben habe und dass viele der den Inspektoren vorgelegten Dokumente nur Kopien seien und zudem in datierten wie auch undatierten Versionen existierten. Den Inspektoren zufolge wurde in einem Fall der Vorwurf erhoben, dass das Dokument - hierbei ging es um die Bestätigung der Versicherung eines Patienten - gefälscht sei. The Lancet hatte bezüglich dieses Artikels bereits eine Korrektur des Manuskripts wie auch eine Erklärung (Statement of Concern) veröffentlicht. Der Kommentar stellt fest: "Unserer Ansicht nach weisen die Schlussfolgerungen dieser offiziellen Untersuchung der Durchführung dieser Studie derart viele Unregelmäßigkeiten nach, dass der Artikel, insgesamt betrachtet, aus dem Artikelarchiv entfernt werden sollte."

Der Kommentar diskutiert auch, dass Ko-Autor Georg Bartsch, Vorstand der Urologie an der Medizinischen Universität Innsbruck (dort wurde die Studie angefertigt), als Reaktion auf den AGES PharmMed-Prüfbericht behauptete, keinen Anteil an dieser Studie zu haben. Er kontaktierte The Lancet am 31. Juli per E-Mail mit der Bitte, dass sein Name aus "diversen Gründen" aus dem Artikel entfernt werden soll. Dies wiederholte Bartsch am 13. August mit der Bitte, dass auch die Urologie sowie die Ko-Autoren Germar Michael Pinggera und Michael Mitterberger wiederum aus "diversen Gründen" aus dem Artikel entfernt werden sollen. Gemäß allgemeiner Praxis bei The Lancet hatten alle oben genannten Autoren eine Erklärung unterzeichnet, mit der sie bestätigten, alle Untersuchungen und Therapien selbst durchgeführt zu haben und auch, dass sie die endgültige Version des Manuskripts gelesen und freigegeben haben. Ein begleitender Leitartikel erklärt Rolle und Verantwortlichkeit von Ko-Autoren und folgert: "Namensnennung bedeutet Verantwortlichkeit - immer."

Quelle: Sabine Kleinert and Richard Horton. Retraction—autologous myoblasts and fibroblasts for treatment of stress urinary incontinence: a randomised controlled trial. Lancet 2008; 372: 789
 
http://www.thelancet.com
 
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