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THE LANCET   14.12.07
 
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Erfolg versprechende Ergebnisse mit tragbarem Hämodialysegerät

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Eine Pilotstudie mit einem tragbaren Hämodialysegerät zur Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten mit Nierenversagen lieferte Erfolg versprechende Ergebnisse. Nahezu 1300000 Patienten weltweit leiden an chronischem Nierenversagen, wodurch eine Behandlung in Form von Dialysen oder einer Nierentransplantation erforderlich wird.

Die Hämodialyse ist eine etablierte Behandlung solcher Patienten, jedoch sind deren Überlebensraten auf Grund erhöhter Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur dürftig und den Raten von Patienten mit soliden Tumoren vergleichbar. Lebensqualität und Überlebensraten von Dialysepatienten könnten durch gesteigerte Dialyseraten (im Sinne von entfernten Harnstoff-/Toxinmengen aus dem Körper) wie auch durch häufigere Dialysen – angehoben von dreimal auf fünfmal wöchentlich oder sogar täglich, da dies den physiologischen Regeln eher entspräche - verbessert werden. Die Idee eines tragbaren Hämodialysegeräts – damit Patienten ihre eigene Behandlung zuhause durchführen konnten - wurde in den 1970er Jahren anhand einer zu dieser Zeit entwickelten "tragbaren künstlichen Niere" das erste Mal formuliert. Jüngste technologische Fortschritte deuten jedoch an, dass sich das System verkleinern ließe.

Dr. Andrew Davenport und Kollegen vom Centre for Nephrology des University College London (UCL) an der Royal Free and University College Medical School in London untersuchten fünf Männer und drei Frauen, die im durchschnittlichen Alter von knapp unter 52 Jahren auf Grund einer terminalen Niereninsuffizienz eine regelmäßige Dialyse benötigten und versuchsweise mit dem tragbaren Hämodialysegerät für vier bis acht Stunden versorgt wurden.

Die Forscher stellten weder wesentliche Änderungen im Herz-Kreislaufsystem noch ungünstige Änderungen der Serum-Elektrolyte oder des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut der Patienten fest. Durchblutungs- und Dialysatflußraten sowie Harnstoff- und Kreatin-Clearance waren zufrieden stellend, obwohl alle diese Werte deutlich unter jenen einer herkömmlichen Dialyse lagen (zum Beispiel eine Durchblutungsrate von 59 Millilitern pro Minute im Vergleich zu durchschnittlich 300 Millilitern pro Minute bei den in Großbritannien üblichen Dialysen). Sollte das Gerät zukünftig für längere kontinuierliche Phasen getragen werden können, so werden die unterschiedlichen Flußraten jedoch an Bedeutung verlieren, da eine längere Laufzeit mit geringerer Flußrate die gleiche oder sogar eine größere Menge Toxine aus dem Blut filtern kann als eine kurze Laufzeit mit höherer Flußrate, wie es bei den herkömmlichen Dialysen dreimal wöchentlich praktiziert wird. Obwohl das Studienziel nicht vorgab, dass die Patienten nach der Dialyse ihr Zielgewicht erreichen sollten, konnte Körperflüssigkeit während der Dialyse ohne ungünstige Änderungen im Herz-Kreislaufsystem und trotz der Ermutigung der Patienten, während der Behandlung zu essen und zu trinken, erfolgreich entzogen werden. Alle Patienten begrüßten diese Behandlung und hatten keine Beschwerden. Patienten, die während des Geräteeinsatzes schlafen wollten, waren sogar hierzu ohne Schwierigkeiten in der Lage. Die Patienten bemerkten einstimmig, dass sie dieses Gerät anderen Patienten weiter empfehlen würden.

Die Autoren fordern breiter angelegte Studien mit diesem Gerät, um Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu bestätigen. Sie folgern: "Das Gerät hat das Potenzial, als praktisches Hilfsmittel ausgedehnte und häufigere Dialysen bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz zu ermöglichen."

In einem begleitenden Kommentar bemerkt Dr. Garabed Eknoyan vom Baylor College of Medicine in Houston: "Diese heute vorgestellte tragbare künstliche Niere ist ein erster kleiner Schritt auf dem langen Weg zu tragbaren Blut reinigenden Geräten. Aus weiteren Studien gewonnene Erkenntnisse sollten den Weg einer zukünftigen Erfolg versprechenden Dialyse mit künstlichen Nieren ebnen."

Quelle: A. Davenport and others. A wearable haemodialysis device for patients with end-stage renal failure: a pilot study. Lancet 2007; 370: 2005-2010
 
http://www.thelancet.com
 
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