Deutsche Website   

Logo LancetAktuellÜber LancetAbonnementKontaktLeere Leiste


English Site:

Home

Register

E-Toc

Subscribe



In Kooperation mit www.wissenschaft-online.de


Übersicht

THE LANCET   27.07.07
 
- Druckversion

----------

Cannabis steigert das Risiko einer Psychose im späteren Leben

----------

Junge Menschen müssten gewarnt werden, dass der Konsum von Cannabis das Risiko einer psychotischen Erkrankung im späteren Leben um bis zu 40 Prozent steigern kann, schlussfolgert ein aktueller Artikel. Die Ergebnisse werden auch in einem begleitenden Kommentar sowie im Leitartikel erörtert, wobei letzterer folgert: "Regierungen würden gut daran tun, in nachhaltige und effektive Aufklärungskampagnen bezüglich der Gesundheitsrisiken durch Cannabiskonsum zu investieren."

Cannabis oder Marihuana ist die häufigste illegal konsumierte Droge in den meisten Ländern, darunter Großbritannien und die USA. Bis zu 20 Prozent der jungen Menschen bestätigen den Konsum wenigstens einmal pro Woche, wie auch den schweren Missbrauch (Konsum bei mehr als hundert Gelegenheiten).

Dr. Theresa Moore von der University of Bristol, Dr. Stanley Zammit von der Cardiff University in Wales und Kollegen untersuchten in einer Metaanalyse 35 bis zum Jahr 2006 datierte Studien auf einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und nachfolgend auftretenden Psychosen oder Störungen der psychischen Verfassung.

Den Ergebnissen zufolge haben gewohnheitsmäßig Cannabis konsumierende Individuen ein um 41 Prozent höheres Risiko einer psychotischen Erkrankung als jene, welche diese Droge niemals geraucht haben. Das Risiko stieg relativ zur Dosis an, wobei die intensiv Konsumierenden mit mehr als doppelter Häufigkeit eine psychotische Störung riskierten. Depressionen, Selbstmordgedanken und Angstgefühle wurden separat untersucht, wobei die Ergebnisse hierfür weniger eindeutig ausfielen, da seltener versucht wurde, nicht ursächliche Erklärungen außer einer Psychose zu finden.

Die Autoren mahnen, dass nach jüngsten Schätzungen der Anteil regelmäßig Cannabis konsumierender junger Erwachsener und Jugendlicher bei 40 Prozent liegt. Regelmäßiger Konsum erhöht das Risiko psychotischer Folgen um 41 Prozent, wobei etwa 14 Prozent psychotischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen in Großbritannien ohne Cannabiskonsum nicht auftreten würden.

Die Autoren bemerken: "Wir haben einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Symptomen beschrieben, darunter auch behindernde psychotische Störungen." Sie folgern: "Trotz der unvermeidbaren Unsicherheit sollten Verantwortliche in der Politik die Öffentlichkeit über diese weit verbreitete Droge informieren. Wir denken, dass es nun genügend Hinweise gibt, die Menschen über das Risiko einer psychotischen Erkrankung im späteren Leben auf Grund des Cannabiskonsums aufzuklären."

Im begleitenden Kommentar meinen Dr. Merete Nordentoft und Dr. Carsten Hjorthøj vom Kopenhagener Universitätskrankenhaus: "In der öffentlichen Diskussion wurde Cannabis als eine mehr oder weniger ungefährliche Droge im Vergleich zu Alkohol, zentral wirkenden Stimulanzien und Opioiden angesehen. Die potenziellen gefährlichen Langzeiteffekte von Cannabis in Bezug auf Psychosen wurden jedoch übersehen, und es ist unbedingt notwendig, die Öffentlichkeit vor diesen Gefahren zu warnen, wie auch für junge, häufig rauchende Cannabiskonsumenten Behandlungsmöglichkeiten einzurichten."

Quelle: Theresa HM Moore and others. Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review. Lancet 2007; 370: 319
 
http://www.thelancet.com
 
----------

- Als E-Mail versenden



Suche Oben
Suche links
 Schnellsuche*
 
 * in den Pressemeldungen
Suche rechts
Suche unten