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THE LANCET   16.03.07
 
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Herzmassage wichtiger als Mund-zu-Mund-Beatmung bei Herzstillstand

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Alleinige Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung bringt bei manchen Patienten mit Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses bessere Resultate als konventionelle Herz-Lungen-Reanimation (cardiopulmonary resuscitation, CPR).

Konventionelle Herz-Lungen-Reanimation bestehend aus abwechselnder Druckmassage des Brustkorbs und Mund-zu-Mund-Beatmung kann von Laien ausgeführt werden und ist von maßgeblicher Bedeutung für die Überlebenschancen von Personen mit Herzstillstand. Studien haben jedoch festgestellt, dass Zuschauer aus Angst, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken, und auf Grund der Komplexität der momentan gelehrten Wiederbelebungstechniken oft nur zögernd Mund-zu-Mund-Beatmungen durchführen. Leider haben nur wenige klinische Studien die Wirksamkeit einer von Laien ausgeführten Wiederbelebung mittels Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung (cardiac-only resuscitation) untersucht.

Ken Nagao vom Surugadai Nihon University Hospital in Tokyo in Japan und seine Kollegen verglichen in einer Beobachtungsstudie die Folgen der Wiederbelebung von über 4000 erwachsenen Patienten, die von Passanten entweder nur eine Herzdruckmassage erhielten oder eine konventionelle Wiederbelebung. Die Autoren fanden heraus, dass eine allein auf Herzdruckmassage basierende Wiederbelebung in Bezug auf neurologische Aspekte besonders bei Patienten mit Atemstillstand (6,2 verglichen mit 3,2 Prozent), Herzrhythmusstörungen (19,4 verglichen mit 11,2 Prozent) oder kurzen nicht behandelten Herzstillständen (wenn die Wiederbelebung innerhalb von vier Minuten nach dem Herzstillstand beginnt; 10,1 verglichen mit 5,1 Prozent) bessere Resultate erzielte als die konventionelle Wiederbelebung. Außerdem gab es keine Hinweise auf Vorteile durch Mund-zu-Mund-Beatmung bei irgendeiner Patientengruppe.

Die Autoren folgern: "Alleinige Herzdruckmassage durch Zuschauer ist die bevorzugte Methode bei der Wiederbelebung erwachsener Patienten mit einem Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses, besonders bei Atemstillstand, Herzrhythmusstörungen oder kurzen Perioden unbehandelten Herzstillstandes. Die Retter könnten eher bereit und auch fähig sein, diese einfache Rettungsmaßnahme durchzuführen, als es momentan der Fall ist."

In einem Begleitkommentar erklärt Gordon Ewy vom University of Arizona College of Medicine and Sarver Heart Center in Tucson: "Dieses kritische und wichtige Ergebnis sollte zu einer Änderung der Richtlinien führen. Eine Förderung, Ermutigung und auch die Lehre alleiniger Herzdruckmassage bei unerwartetem, plötzlichem Kollaps wird die Wiederbelebungsversuche durch Zeugen dramatisch erhöhen und so den Patienten eine höhere Überlebenschance geben, wenn der Notarzt eintrifft. Wir sollten jedoch auch weiterhin die Herz-Lungen-Wiederbelebung lehren für die ebenfalls wichtigen, jedoch weniger häufigen Fälle von Ertrinken und andere Arten des Atemstillstandes."

Quelle: SOS-KANTO study group. Cardiopulmonary resuscitation by bystanders with chest compression only (SOS-KANTO): an observational study. Lancet 2007; 369: 920
 
http://www.thelancet.com
 
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