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Übersicht
Psychologische und soziale Effekte von Cannabis müssen besser untersucht werden Die Autoren einer Studie fordern mehr Belege, um die Form und das Ausmaß des Zusammenhanges zwischen Cannabis und negativen psychischen Folgen genauer zu bestimmen. Der Missbrauch von Cannabis und anderen illegalen Drogen durch Jugendliche und junge Erwachsene wird mit psychosozialen Schäden in Verbindung gebracht. Dazu gehören psychische Probleme, der Missbrauch weiterer illegaler Drogen, ein niedrigerer Bildungsabschluss und asoziales Verhalten. Ob allerdings diese Zusammenhänge kausal sind, der Cannabis-Gebrauch also direkt die psychologischen Schäden und das asoziale Verhalten auslöst, ist bis heute unklar. John Macleod von der University of Birmingham und seine Kollegen analysierten vorhandene Gesellschafts-Longitudinalstudien, die sich mit dem Zusammenhang des Missbrauch illegaler Drogen durch junge Menschen und psychosozialen Schäden beschäftigten. Sie konnten 48 relevante Studien herausfiltern, von denen 16 die verlässlichsten Hinweise lieferten. Im Allgemeinen ließen sich übereinstimmende Zusammenhänge zwischen Cannabis-Missbrauch und einem niedrigeren Bildungsabschluss sowie gesteigertem Missbrauch anderer illegaler Drogen nachweisen. Weniger Übereinstimmung herrschte bei den Punkten Cannabis-Missbrauch und psychischen Problemen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Daraus schließt Dr. Macleod: "Trotz verbreiteter Befürchtungen konnten wir keine starken Hinweise darauf finden, dass der Genuss von Cannabis an sich entscheidende Auswirkungen auf die psychische oder soziale Gesundheit hat. Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass der Gebrauch von Cannabis psychologisch gesehen harmlos ist; Schwierigkeiten mit den vorhandenen Belegen machen es genauso unmöglich, diese Ansicht zu vertreten. Daher sind weitere Untersuchungen zu dem verbreiteten Nutzen von Cannabis nötig, ebenso wie zu anderen illegalen Drogen, die obwohl seltener genommen, ebenfalls wichtige Effekte haben könnten." In einem Begleitkommentar äußert Franjo Grotenhermen von der deutschen Nova-Institut GmbH: "Es gibt einigen Anlass zu der Annahme, dass Cannabis bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu psychosozialen Problemen beiträgt, und kein verantwortungsbewusster Erwachsener würde den Drogenmissbrauch von Jüngeren unterstützen. Ohne Frage ist diese Angelegenheit ein wichtiger Kandidat für Erziehung und Vorbeugung, doch gibt es eine heftige Diskussion darüber, welche Rolle Repressionsmaßnahmen in diesem Fall spielen sollen. Es gibt wenig Anlass zu glauben, dass die Kriminalisierung einen starken Effekt auf die Einnahme von Cannabis bei jungen Leuten gehabt hat. Verbote scheinen die schädlichen Auswirkungen des Drogenmissbrauchs eher zu steigern und bewirken sozialen Schaden. Der Stopp, alle Cannabis-Konsumenten als Kriminelle zu behandeln, den die britische Regierung für dieses Jahr plant, ist ein sinnvoller Ansatz, um die möglichen schädlichen Auswirkungen durch Cannabis und sein Verbot auszugleichen. [...] Wir müssen lernen, ohne Angst mit Drogen und ihren möglichen Gefahren umzugehen." Quelle: John Macleod, Rachel Oakes, Alex Copello, Ilana Crome, Matthias Egger, Mathew Hickman, Thomas Oppenkowski, Helen Stokes-Lampard, George Davey Smith. Psychological and social sequelae of cannabis and other illicit drug use by young people: a systematic review of longitudinal, general population studies . Lancet 2004; 363: 1579 http://www.thelancet.com |
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