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THE LANCET   29.07.11
 
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Gezielte Therapie bietet Hoffnung für Duchenne-Muskeldystrophie-Patienten

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Eine bereits vorab online veröffentlichte Studie zeigt, dass es mit Hilfe der so genannten gezielten Antisense-Therapie AVI-4658 möglich ist, die Expression eines wichtigen Proteins wieder anzustoßen. Es fehlt Patienten, die schwer an der lähmenden Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) erkrankt sind. Der Artikel stammt von Professor Francesco Muntoni und Kollegen des Dubowitz Neuromuscular Centre am UCL Institute of Child Health in London. Die Studie wurde vom britischen Medical Research Council und der AVI BioPharma teilfinanziert.

Etwa einer von 3500 britischen Männern leidet an der Duchenne-Muskeldystrophie. Die Erkrankung verursacht eine fortschreitende Muskelschwäche auf Grund von Zerstörung und Verlust von Muskelzellen. Den Patienten fehlt ein einziges wichtiges Protein in den Muskelfasern, das Dystrophin. Im Alter von etwa 8 bis 12 Jahren können Jungen nicht mehr gehen, und in den späten Jugendjahren oder im dritten Lebensjahrzehnt wird die Erkrankung so schwer, dass sie häufig zu einem frühen Tod führt. Die Antisense-Therapie hat das Potenzial, viele - jedoch nicht alle - Patienten mit DMD behandeln zu können.

19 Patienten im Alter von 5 bis 15 Jahren erhielten das untersuchte Medikament für 12 Wochen im Great Ormond Street Hospital for Children NHS Trust (GOSH) in London oder in der Royal Victoria Infirmary in Newcastle. Bei jedem der Jungen wurde vor und nach der Therapie eine Muskelbiopsie durchgeführt. Das Forscherteam stellte fest, dass der Einsatz von AVI-4658 dabei helfen konnte, die Jungen zu befähigen, durch 'Exon Skipping' eine funktionelle mRNA und damit letztendlich das funktionelle Protein Dystrophin zu produzieren. Die Autoren halten fest: "Sieben Patienten hatten eine signifikante Dosisreaktion, wobei sechs von ihnen aus den beiden Hochdosis-Kohorten stammten, die eine Wiederherstellung der Dystrophin-Expression auf bis zu 18 Prozent der Normalwerte zeigten."

Die Forscher folgern: "Auf der Basis unserer jetzigen und der jüngsten vorklinischen Daten erwarten wir, dass eine verlängerte Gabe von AVI-4658 in Dosen von 10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht oder höher eine ausreichende Dystrophin-Expression hervorrufen wird, um damit einen positiven Effekt in der Vermeidung der Muskeldegeneration bei Duchenne-Muskeldystrophie zu erreichen. AVI-4658 hat das Potenzial, den natürlich fortschreitenden Verlauf der Duchenne-Muskeldystrophie zu verbessern und muss nun in klinischen Effizienzstudien erforscht werden."

In einem Begleitkommentar folgern Dr. Akinori Nakamura von der Shinshu University School of Medicine in Matsumoto und Dr. Shin'ichi Takeda vom National Institute of Neuroscience des National Center of Neurology and Psychiatry in Tokyo: "Die behördlichen und praktischen Hindernisse (d.h. Ausweitung) der klinischen Anwendung der 'Exon Skipping'-Therapie sind weit weniger abschreckend als jene der Gentherapie mit viralen Vektoren oder der Zelltransplantationstherapie. Erfolgreiche klinische Studien der 'Exon Skipping'-Therapie bei Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie könnten daher einen großen Einfluß auf die Entwicklung von Behandlungen für andere hartnäckige vererbte neuromuskuläre Störungen haben."

Quelle: Sebahattin Cirak MD and others. Exon skipping and dystrophin restoration in patients with Duchenne muscular dystrophy after systemic phosphorodiamidate morpholino oligomer treatment: an open-label, phase 2, dose-escalation study. Lancet 2011; 378: 10.1016/S0140-6736(11)60756-3
 
http://www.thelancet.com
 
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