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Übersicht
Cabazitaxel bietet neue Behandlungsoptionen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs Männer mit fortgeschrittenem multi-resistentem Prostatkrebs können im Mittel 2,4 Monate länger leben, wenn sie mit dem Medikament Cabazitaxel behandelt werden. Der Wirkstoff ist das erste Medikament, dass einen Nutzen hinsichtlich der Überlebenstrate bei jenen Patienten hervorruft, deren Erkrankung nach der Standardtherapie mit Docetaxel dennoch fortgeschritten ist, und für die es gegenwärtig keine erprobten Behandlungsoptionen gibt. Dies folgert ein aktueller Artikel in der Krebs-Spezialausgabe von The Lancet. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde Cabazitaxel in den USA behördlich zugelassen, und steht bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und anderen Behörden zur Diskussion. Prostatakrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern. Bei Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs verbessert eine Hormontherapie zwar die Symptome, dennoch schreitet die Erkrankung bei vielen Patienten voran. Die Kombination aus Docetaxel und Prednison gilt als Goldstandard der Chemotherapien bei diesen Patienten. Für Männer, deren Krebs jedoch gegen Docetaxel resistent wird, gibt es derzeit keine verfügbare Therapie, die das Überleben verlängern kann. Allerdings wird bis heute häufig Mitoxantron auf Grund seiner positiven Wirkung auf die Lebensqualität gegeben. Das neue Chemotherapie-Medikament Cabazitaxel zeigt bei Patienten, deren Krebs auch noch nach der Docetaxel-Therapie fortgeschritten war, eine viel versprechende Tumor bekämpfende Wirkung. Ein internationales Team unter der Leitung von Johann de Bono von der Royal Marsden NHS Foundation und dem Institute of Cancer Research UK steuerte die Phase-III-Studie TROPIC. Diese untersuchte, ob Cabazitaxel im Vergleich zu Mitoxantron die Gesamtüberlebensrate bei Männern mit fortgechrittenem multi-resistentem Prostatakrebs (die bereits mit Docetaxel behandelt wurden) verbessern kann. Insgesamt wurden 755 Patienten aus 146 Zentren in 26 Nationen erfasst. Sie erhielten per Zufallsverfahren Mitoxantron (377) oder Cabazitaxel (378), jeweils in Kombination mit Prednison. Die mittlere Gesamtüberlebensrate lag bei 15,1 Monaten in der Cabazitaxel-Gruppe gegenüber 12,7 Monaten in der Mitoxantron-Gruppe. Die Autoren stellen fest: "Die Cabazitaxel-Behandlung verbesserte auch das mittlere progressionsfreie Überleben und den Zeitraum der Tumorprogression. Außerdem brachte sie höhere Reaktionsraten des Tumor- und prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum hervor als Mitoxantron." Unerwünschte Ereignisse traten bei mit Cabazitaxel behandelten Patienten häufiger auf. Die häufigsten Nebenwirkungen des Grades 3 oder höher bei Patienten der Cabazitaxel-Gruppe gegenüber der Mitoxantron-Gruppe waren Neutropenie (82 Prozent vs. 58 Prozent) und Durchfall (6 Prozent vs. kleiner 1 Prozent). Zusätzlich zeigten 28 Cabazitaxel-Patienten fiebrige Neutropenie gegenüber 5 Mitoxantron-Patienten. Die Forscher folgern: "Cabazitaxel ist die erste Therapie, die in der das Docetaxel folgenden Phase das Überleben bei metastasierendem multi-resistentem Prostatakrebs verlängern kann. Auf Basis dieser Ergebnisse wird Cabazitaxel in dieser Phase in der Behandlung von Prostatakrebs zum Therapiestandard werden." In einem Kommentar bemerken Tanya Dorff und David Quinn von der University of Southern California in Los Angeles: "Cabazitaxel bietet sich bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs als zusätzliche Therapielinie an. Der Horizont für Prostatakrebs-Patienten zeigt sich viel versprechend. Therapeutische Strategien in Phase-III-Testverfahren beinhalten eine leistungsfähigere Unterdrückung der Androgenrezeptor-Signalgebung, eine Modulation neuer Prozesse bei Knochenmetastasen (die mehr als 90 Prozent der Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs betreffen) und eine dem Tumor gegenüber gesteigerte Immunität." Quelle: JS de Bono and others. Prednisone plus cabazitaxel or mitoxantrone for metastatic castration-resistant prostate cancer progressing after docetaxel treatment: a randomised open-label trial. Lancet 2010; 376: 1147 http://www.thelancet.com |
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