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Britischer Krebs-Notfallfonds ist kein Triumph für die Patienten Der aktuelle Leitartikel kritisiert die Ankündigung der britischen Regierung, einen Krebs-Notfallfonds einzurichten. Dies sei kein Sieg der Patientengruppen, wie manche glauben mögen. Der neue Fonds in Höhe von 50 Millionen britischen Pfund wird ab Oktober für 6 Monate zur Verfügung stehen, bis der bereits angekündigte Fonds für Krebsmedikamente in Höhe von 200 Millionen Pfund ab April nächsten Jahres wirksam wird. Sollte einem Patienten die Unterstützung für ein Medikament abgelehnt werden, da es vom National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) nicht zugelassen wurde, wird der Fonds seinem Arzt die Möglichkeit geben, den Ausschuss seines regionalen Strategic Health Authority (SHA) zum Zweck eines Widerspruchs anzurufen. Diese Ausschüsse werden die Macht haben, das NICE zu überstimmen und auf ihren Anteil an den 50 Millionen Pfund zurückzugreifen, um diese Medikamente zu finanzieren. Der Leitartikel stellt fest: "Dies lässt das Schreckgespenst von Einsprüchen aufsteigen, die nicht auf der Basis der gesundheitlichen Bedingungen der Patienten gewährt oder abgelehnt werden, sondern abhängig davon, wo diese leben. Entweder hat ihre SHA ihren Anteil am Fonds bereits ausgegeben oder sie legt strengere Fördermaßstäbe an. Kratzt man nur an der Oberfläche, wird sehr schnell deutlich werden, dass dieser Fonds nicht der Triumph der Patientengruppen ist, wie es manche glauben mögen. Stattdessen ist er das Ergebnis politischen Opportunismus' und intellektueller Zusammenhangslosigkeit." Ein Bericht von Mike Richards, dem Direktor von National Cancer, bot dem britischen Gesundheitsminister Andrew Lansley eine günstige Gelegenheit, diese Politik anzukündigen. Der Bericht verglich die Behandlung verschiedener Erkrankungen in 14 Industrienationen. Großbritannien lag weit vorn bezüglich der Bereitstellung von Medikamenten gegen Herzerkrankungen und Schlaganfall, jedoch erst an 11. Stelle bezüglich der Bereitstellung von Präparaten gegen Demenz, an 13. mit Blick auf Medikamente gegen Multiple Sklerose und an 12. hinsichtlich Krebsmedikamenten, die erst seit 5 Jahren auf dem Markt sind. Lansley erschien recht uninteressiert an den möglichen Ursachen dieser Variationen des Medikamentengebrauchs und leitete 50 Millionen britische Pfund der für den Gesetzentwurf Personal Care at Home vorgemerkten Mittel des Gesundheitsministeriums in den Krebs-Notfallfonds um. Der Leitartikel bemerkt: "Vermutlich werden zu gegebener Zeit Notfallfonds für Medikamente gegen Demenz und Multiple Sklerose angekündigt werden, alles andere wäre intellektuell nicht vertretbar." Der Leitartikel verurteilt diese Politik, da sie nicht nur das NICE unterlaufen wird, sondern auch das gesamte Konzept eines vernünftigen und evidenzbasierten Ansatzes zur Verteilung begrenzter Mittel der Gesundheitsfürsorge. Die Folgerung lautet daher: "Neue Krebstherapien fordern die vom NICE gesetzten Kostengrenzen sicherlich heraus, allerdings wurden innovative Schemata entwickelt, um die Medikamentenkosten zu senken. Insbesondere bei Bortezomib zur Therapie des multiplen Myeloms werden die Patientenkosten zurückgezahlt, wenn diese nicht auf das fragliche Medikament ansprechen. Der 50 Millionen-Schmiergeldfonds Lansleys könnte den Anreiz für Medikamentenhersteller verringern, sich in für beide Seiten nützliche Behandlungsschemate dieser Art zu engagieren. Wenn Minister fordern, dass die Koalitionsregierung radikaler sei als Thatcher, entsteht zunehmend der Eindruck, dass der Wunsch, das Tempo des Wandels zu steigern, das Urteilsvermögen zu trüben beginnt." Quelle: The Lancet. New £50 million cancer fund already intellectually bankrupt. Lancet 2010; 376: 389 http://www.thelancet.com |
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