30.07.10
Was behindert die rechtzeitige Versorgung bei Schlaganfällen?
Ein aktueller Leitartikel diskutiert den jüngsten Bericht der britischen Vascular Society und des Royal College of Physicians, der feststellt, dass Patienten in Großbritannien nach Symptomen eines Schlaganfalls oder einer vorübergehenden ischämischen Attacke (TIA) zu lange auf Gefäßoperationen warten müssten.
Die Richtlinien des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) empfehlen eine nicht länger als 14 Tage währende Verzögerung zwischen Symptomen und Operation. Die National Stroke Strategy des Jahres 2007 setzte einen Zielwert von sogar 48 Stunden, was bis 2017 erreicht werden soll. Die jüngsten Daten zeigen, dass nur 3 Prozent der Patienten innerhalb von 48 Stunden operiert wurden, und dass etwa ein Drittel die 14-Tage-Richtlinie erfüllte. Zwei Jahre zuvor zeigte eine Überprüfung derselben Organisationen, dass mehr als ein Drittel der Patienten 12 Wochen oder auch länger auf ihre Operation warten mussten. Dieser Überprüfung des Jahres 2008 folgte eine Aufklärungskampagne für die Öffentlichkeit, begleitet von einer Neuorganisationen der Gesundheitssdienste hinsichtlich der Versorgung bei TIA und Schlaganfällen. Die neuerliche Überprüfung zeigte zwar einige Verbesserungen, beispielsweise Verkürzungen der Wartezeiten in allen Prozessstadien zwischen der Präsentation der Symptome und den Operationen, dennoch bleibt noch einiges zu tun. Verzögerte Einweisungen (40 Prozent), Mangel an Personal oder Operationssälen (18 Prozent) und verzögerte Präsentationen der Patienten (18 Prozent) gelten als Hauptursachen der Wartezeiten von mehr als 14 Tagen.
Der Leitartikel folgert somit: "Das Fortdauern der Verzögerungen bei Präsentation und Einweisung zeigt die anhaltende Wichtigkeit von Aufklärungskampagnen. Eine verbesserte Identifikation und unverzügliche Einweisung der Hochrisiko-Patienten muss mit weiterer Neuorganisation der Gesundheitsdienste gekoppelt werden, um die Verfügbarkeit von spezialisiertem Personal und Einrichtungen sicher zu stellen. Wenn Großbritannien eine 48-Stunden- oder auch nur eine 2-Wochen-Frist für alle Patienten erreichen möchte, sind nochmalige Anstrengungen erforderlich."
Quelle: Editorial. Delays in UK stroke prevention. Lancet 2010; 376: 304
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