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Diabetes verdoppelt Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge kann eine Diabeteserkrankung das Risiko nahezu verdoppeln, eine Vielzahl von Blutgefäßerkrankungen zu entwickeln, darunter Herzinfarkt und verschiedene Arten des Schlaganfalls. Diabetes gilt heute als Ursache eines Zehntels aller Todesfälle durch Herzkreislauf-Erkrankungen, oder auch der jährlich 325 000 herzkreislauf-bezogenen Todesfälle in allen Industrienationen zusammen genommen. Die Ergebnisse stammen aus einer Analyse von 700 000 Personen, durchgeführt von einem internationalen Konsortium unter der Leitung von Dr. Nadeem Sarwar und Professor John Danesh von der Universität Cambridge. Der Bericht wird in der aktuellen Ausgabe wie auch während den 70th Scientific Sessions der 'American Diabetes Association' in Orlando vorgestellt. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit angesichts der weltweit zunehmenden Erkrankungen Diabetes zu vermeiden. Herzkreislauf-Erkrankungen sind die weltweit häufigsten Todesursachen, sie stehen für etwa 17 Millionen Tote jährlich. Diabetes wird seit langem als wichtiger Risikofaktor für Herzkreislauf-Erkrankungen angesehen, allerdings wird das Ausmaß der Auswirkungen auf verschiedene Blutgefäßerkrankungen noch immer diskutiert. Ebenso unklar ist noch immer, in welchem Maß der Diabetes-Effekt auf Blutgefäßerkrankungen durch höhere Werte der Blutfette, des Blutdrucks und der Fettleibigkeit begründet wird. Diese neue Studie umfasste eine kombinierte Analyse der individuellen Krankenberichte von 700 000 Personen, die alle über etwa ein Jahrzehnt in 102 geleiteten Überwachungsstudien in 25 Ländern beobachtet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Diabetes die Risiken einer Vielzahl von Blutgefäßerkrankungen nahezu verdoppelt. Möglicherweise überraschend ist jedoch, dass nur ein geringer Teil der Auswirkungen des Diabetes durch Blutfette, Blutdruck und Fettleibigkeit erklärt werden konnte. Dieses Ergebnis deutet an, dass Diabetes seine Schädlichkeit über zusätzliche Wege ins Spiel bringt. Dr. Sarwar bemerkt: "Unsere Ergebnisse betonen die Notwendigkeit einer besseren Diabetes-Vorbeugung, gekoppelt mit einer vertieften Erforschung der Mechanismen, durch die Diabetes die Risiken einer Herzkreislauf-Erkrankung steigert." Die Studie stellte außerdem fest, dass über dem Durchschnitt liegende Werte des Nüchternblutzuckers bei Personen ohne Diabetes nur geringfügig mit nachfolgenden Entwicklungen eines Herzinfarkts oder Schlaganfällen verknüpft waren. Dieses Ergebnis spricht gegen die Verwendung von Blutzuckerwerten, um damit Personen mit höherem Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls zu identifizieren. Dr. Sarwar fügt hinzu: "Informationen zu Alter, Geschlecht, Rauchen, Blutdruck und Blutfetten werden routinemäßig erfasst um das Risiko zu bewerten, eine Herzkreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Unsere Ergebnisse zeigen, dass hinzugefügte Informationen über den Nüchternblutzucker bei Personen ohne Diabetes keine zusätzliche signifikante Hilfe zur Bewertung kardiovaskulärer Risiken bieten." In einem Begleitkommentar stellt Dr. Hertzel C. Gerstein von der McMaster University und den Hamilton Health Sciences im kanadischen Hamilton fest, dass das zunehmende Verhältnis zwischen über dem Normalwert liegenden Blutzuckerwerten und gefäßbezogenen Ergebnisparametern durch eine Vielzahl anderer Faktoren wie Fettstoffwechsel, Fetteinlagerung in den Geweben und Leberfunktion verknüpft oder verstärkt werden könnte. Er folgert: "Jeder einzelne oder alle diese Faktoren (und andere) könnten eine Herzkreislauf-Erkrankung durch mehrere bekannte und nicht bekannte Mechanismen begünstigen. Breit angelegte langfristige Studien zu Insulin-Ersatztherapien, Inkretinen und anderen Ansätzen, die auf eine oder mehrere dieser Anomalien zielen, und die gegenwärtig entweder durchgeführt werden oder starten sollen, werden die Verknüpfung zwischen Dysglykämie und schwerwiegenden Ergebnisparametern sicherlich erhellen." Quelle: Emerging Risk Factors Collaboration . Diabetes mellitus, fasting blood glucose concentration, and risk of vascular disease: a collaborative meta-analysis of 102 prospective studies. Lancet 2010; 375: 2215 http://www.thelancet.com |
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