THE LANCET 11.06.10
 

Todesursache der heiligen Rosa nach 700 Jahren wahrscheinlich entschlüsselt
Ein vorab online veröffentlichtes 'Clinical Picture' zeigt detailliert die Röntgenaufnahmen des Herzens der gut erhaltenen Mumie der heiligen Rosa, die im 13. Jahrhundert n. Chr. lebte. Der Artikel folgert, dass die Todesursache durchaus eine Embolie gewesen sein könnte, die im Herzen ihren Ursprung nahm. Das 'Clinical Picture' wurde von Professor Ruggero D’Anastasio und Kollegen vom Department of Human Movement Sciences an der Università degli studi 'G. d’Annunzio' im italienischen Chieti verfasst.

Frühere Untersuchungen bestätigten, dass die Mumie wohl eine junge Frau von etwa 18 bis 19 Jahren gewesen sein muss, und dass ihr gesamter Körper nicht vollständig ausgereift war. Dies deutet auf ein Cantrell-Syndrom hin, eine seltene Erkrankung, die Fehlbildungen im Zwerchfell, der Bauchwand, dem Herzbeutel, dem Herz selbst und dem unteren Brustbein zur Folge hat.

Eine Tubekulose-Infektion gilt als eine theoretische Todesursache der heiligen Rosa. Die eingehende Untersuchung der Proben brachte jedoch keine Hinweise auf diese Infektionskrankheit zu ihren Lebzeiten. Als die Autoren jedoch eine Röntgenbestrahlung des Herzens mit geringer Intensität durchführten, offenbarte dies ein Kammerdivertikel, einen häufig mit dem Cantrell-Syndrom verknüpften Herzfehler. Die Röntgenaufnahme verdeutlichte auch einen Klumpen, möglicherweise einen Blutpfropfen, der höchstwahrscheinlich tödlich wirkte.

Die Autoren folgern daher: "Ein Kammerdivertikel ist einer der häufigsten Herzfehler, der bei Patienten mit Cantrell-Syndrom beschrieben wird, und oftmals mit der Entwicklung eines Blutpfropfens und einer nachfolgenden Embolie verknüpft ist. Die aktuellen Daten deuten an, dass eine vom Herzen ausgehende Embolie die Ursache ihres Todes gewesen sein könnte."

Quelle: R D'Anastasio. The Heart of Santa Rosa. Lancet 2010; 375: 10.1016/S0140-6736(09)60729-

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