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Übersicht
Genetisch bedingtes Brustkrebsrisiko wird durch Faktoren der Lebensführung nicht beeinflusst Eine Reihe von häufig anzutreffenden Genen ist mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verknüpft. Dieses Risiko wird jedoch nicht von Lebensstilfaktoren wie der Anwendung einer Hormonersatztherapie (HET), dem Alter zum Zeitpunkt der ersten Geburt, Fettleibigkeit und Alkoholkonsum beeinflusst. Die Ergebnisse werden von Dr. Ruth Travis von der Epidemiology Unit an der University of Oxford und Kollegen von der 'Million Women Study' in einem vorab online veröffentlichten Artikel vorgestellt. Jüngste Studien haben mehrere häufig anzutreffende genetische Variationen identifiziert, die für ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko stehen. Allerdings ist nur wenig darüber bekannt, wie die Auswirkungen dieser Gene mit bekannten Brustkrebs fördernden Risikofaktoren des Lebensstils und des Verhaltens in Zusammenhang stehen. Die Autoren untersuchten diese Fragestellung erstmals ausführlich in einer breit angelegten britischen Studie zur Gesundheit der Frauen. Die Studie umfasste 7160 Frauen, die Brustkrebs entwickelt hatten, und 10 196 Frauen ohne derartige Erkrankung, die jede eine Blutprobe zur genetischen Analyse bereitstellten und auch Angaben zu Lebensstilfaktoren machten. Die Autoren untersuchten das Brustkrebsrisiko von 12 in der DNA der Frauen gefundenen genetischen Varianten (einzelne Nukleotidpolymorphismen, SNP) im Verhältnis zu 10 bekannten lebensstil- und verhaltensbedingten Risikofaktoren. Zu diesen zählen Alter zu Beginn der Pubertät, Anzahl der Geburten, Alter zum Zeitpunkt der ersten Geburt, Stillen der Säuglinge, Status der Menopause, Alter während der Menopause, Anwendung einer Hormonersatztherapie, Body-Mass-Index BMI, Körpergröße und Alkoholkonsum. Keiner der 120 Vergleiche (12 SNP mal 10 Risikofaktoren) brachte signifikante Hinweise auf Gen-Lebensstil-Wechselwirkungen hervor. Insbesondere die Anwendung einer HET zeigte keinen Einfluss auf das mit diesen häufigen Genen verknüpfte Risiko, was somit früheren Vermutungen entgegen steht. Das Fehlen solcher Wechselwirkungen bedeutet, dass, obwohl genetische und verhaltensbedingte Faktoren jeweils das Risiko für Brustkrebs erhöhen können, dies offensichtlich voneinander unabhängig geschieht. Diese Studie erfasste nicht die wohl bekannten, jedoch weitaus selteneren Risiko-Gene wie BRCA1 und BRCA2. Diese stehen für ein hohes Brustkrebsrisiko, betreffen jedoch nur wenige Frauen. Die führende Autorin der Studie, Dr. Ruth Travis stellt fest: "Bekannte Risikofaktoren für Brustkrebs beinhalten gleichermaßen Faktoren der Lebensführung und vererbte genetische Ursachen. Wir untersuchten, ob Faktoren des Lebensstils wie die Anwendung einer Hormonersatztherapie, Alkoholkonsum und Reproduktionsbiographie die genetischen Risiken beeinflussen, und die Antwort lautet, dass dies nicht der Fall ist." Ko-Autorin Dr. Jane Green fügt hinzu: "Diese Studie liefert ein weiteres Puzzlestück, das uns hilft, zu verstehen, wie Gene und Lebensführung Brustkrebsrisiken beeinflussen. Gene stehen für nur einen kleinen Anteil der Brustkrebserkrankungen, die wichtigsten Risikofaktoren für die Frauen bleiben weiterhin Faktoren der Lebensführung wie Schwangerschaft, HET, Fettleibigkeit und Alkoholkonsum. Die gute Nachricht ist, dass einiges davon veränderbar ist, beispielsweise, indem Frauen ihr Brustkrebsrisiko durch Änderungen ihres Verhaltens verringern können." Dr. Steven A. Narod vom Women’s College Research Institute in Toronto bemerkt in einem Begleitkommentar: "Die Herausforderung der Vermeidung einer Brustkrebserkrankung bleibt uns erhalten, und neue Ansätze sind bitter notwendig." Quelle: RC Travis and others . Gene—environment interactions in 7610 women with breast cancer: prospective evidence from the Million Women Study. Lancet 2010; 375: 10.1016/S0140-6736(10)60636-8 http://www.thelancet.com |
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