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Drogenpolitik: Zeit für einen Wandel in Großbritannien und den USA Ein aktueller Leitartikel begrüßt die neue auf 5 Jahre angelegte National Drug Control Strategy des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Sie soll sich der Drogenproblematik ausgewogener nähern, indem sie Vorbeugung und Behandlung, aber auch Strafverfolgung deutlicher herausstellt. In der begleitenden Correspondence umreißen Fachleute der UK Drug Policy Commission, was ihrer Meinung nach notwendig wäre, die britische Drogenpolitik nach den jüngsten Vorkommnissen, darunter dem Rauswurf des obersten Drogenberaters der britischen Regierung, David Nutt, und der Mephedron-Affäre zu verbessern. Der Leitartikel beleuchtet die ambitionierte Zielsetzung des amerikanischen Plans, darunter eine 15-prozentige Verringerung in der Anzahl der jugendlichen wie auch der chronischen Drogenkonsumenten. Zu den Zielen des ersten Jahres zählen die Konzentration auf die Vermeidung des Drogenkonsums, das Fahren unter Drogeneinfluss und dem Missbrauch verschriebener Medikamente. Der Leitartikel stellt fest: "Dies sind wohlüberlegte Prioritäten, da jene, die das 21. Lebensjahr erreichen, ohne eine Abhängigkeit entwickelt zu haben, eine geringere Wahrscheinlichkeit zeigen, danach in eine solche abzudriften. Das Fahren unter dem Einfluss illegaler Drogen ist mittlerweile häufiger verbreitet als das Fahren unter Alkohol, und der Missbrauch verschriebener Medikamente stellt das am schnellsten wachsende Drogenproblem der Nation dar, wobei gegenwärtig bereits mehr als 6 Millionen Amerikaner verschriebene Medikamente aus nichtmedizinischen Gründen verwenden." Die Folgerung des Leitartikels lautet: "Obamas neuer Plan ist ein willkommener Abschied von den ideologisch geprägten Maßnahmen der Vorgänger-Regierung und auch von anderen Staaten wie Großbritannien, die bei mehreren Gelegenheiten versagt haben, Hinweise als Basis für eine Drogenpolitik zu nutzen." Die Correspondence beleuchtet die Situation in Großbritannien und wurde von Ruth Runciman, Colin Blakemore und Tracey Brown verfasst, alle Mitglieder der UK Drug Policy Commission in London. Die Autoren bemerken: "Wir mussten feststellen, dass die Drogenpolitik zunehmend durch Druck aus den Medien, zuweilen Hysterie und auch durch ideologische und polarisierte Meinungen von Kampagnen schürenden Organisationen und anderen beeinflusst wurde, häufig auf fadenscheinigen Hinweisen beruhend. Aufeinander folgende Regierungen haben diesen Wandel von den Hinweisen hin zur Meinung stillschweigend zugelassen, indem sie keine angemessene Basis aus Hinweisen, begleitet von geeigneter Ausrüstung und Strukturen zur unabhängigen Kontrolle und Bewertung aufgebaut haben. Dieser Punkt wurde vom National Audit Office und dem Public Accounts Committee kommentiert. Dieses sich ändernde Muster der Einflussnahme hat die Bereitstellung objektiver Ratschläge zur Entwicklung und Einführung einer Drogenpolitik ausgehöhlt." Die Autoren betonen, dass ihre Kommission im Verlauf der kommenden 18 Monate eine gründliche Überprüfung der Steuerung und Verwaltung der britischen Drogenpolitik durchführen wird. In ihrer ersten Stellungnahme nennen die Autoren, was ihrer Meinung nach notwendig ist, angemessene Mechanismen für eine bessere und wirksamere Drogenpolitik und Steuerung zu liefern. 1. Beständige Investitionen in die Entwicklung der Beweisgrundlagen, um Informationen für Analysen und Entscheidungsfindung in der Drogenpolitik zu liefern; 2. Unabhängige Mechanismen und Körperschaften zur Kontrolle und Bewertung der politischen Maßnahmen; 3. Umfassende und transparente Methoden, Ausstattung und Strukturen, um öffentliche Meinung und politische Überlegungen vor dem Hintergrund bester wissenschaftlicher Hinweise und fachkundiger Ratschläge berücksichtigen zu können; 4. Verstärkte politische Rechenschaftspflicht seitens des Parlaments und übertragener Organisationen; 5. Klare und offene Argumentationen, die die Menschen nachvollziehen und zur Rechenschaftspflicht heranziehen können. Die Autoren folgern: "Die neue Regierung wird nun Gelegenheit haben, jüngste Ereignisse zu überdenken und mit einem neuen Start die gesamte Steuerung der Drogenpolitik zu stärken, und Prozesse, Strukturen und Praxis zu erneuern, damit ein neuer Konsens bezüglich Zielsetzung und Richtung der Drogenpolitik entwickelt werden kann. Wir hoffen, dass die Arbeit der UK Drug Policy Commission diese dringend notwendige Überprüfung erleichtern kann." Quelle: Editorial. A new dawn for drug policy in the USA. Lancet ; : 1754 http://www.thelancet.com |
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