23.04.10
Malaria-Impfstoff erfordert ernsthafte Investitionen
Der aktuelle Leitartikel fordert im Vorfeld des Welt-Malaria-Tages am 25. April "ernsthafte Investitionen in eine breit angelegte, zu einem Malaria-Impfstoff führende Forschungs- und Entwicklungsstrategie". Der Leitartikel begrüßt das bei GlaxoSmithKline (GSK) in Entwicklung befindliche Präparat, das 2013 zur Verfügung stehen könnte, erwähnt allerdings auch die "bescheidene und zeitlich befristete Wirksamkeit".
Der Leitartikel stellt fest: "Dieser Impfstoff wird bereits seit 20 Jahren entwickelt und hat bei GSK Kosten in Höhe von 300 Millionen Pfund verursacht, wobei weitere 200 Millionen Pfund von der Bill & Melinda Gates Foundation übernommen wurden. Anfang des Jahres versprach GSK-Geschäftsführer Andrew Witty, dass er den Impfstoff preislich nur 5 Prozent über den Kosten ansetzen werde, und dass Gewinnerträge in die Erforschung von Krankheiten in den Entwicklungsländern zurückfließen werden. Obwohl dies eine willkommene Geste ist, geht diese Verpflichtung schlichtweg nicht weit genug. Und auch hierzulande ist die globale Malaria-Gemeinschaft erschreckend untätig geblieben."
Die Folgerung des Leitartikels lautet daher: "Bill Gates hat für dieses Jahrzehnt der Impfstoffe 20 Milliarden US-Dollar versprochen. Es muss eine größere öffentliche Verpflichtung seitens der pharmazeutischen Industrie geben, um nicht nur dieses persönliche Versprechen zu unterstützen, sondern auch die flehentlichen Hilferufe der Länder aufzugreifen, um ihnen bei der Lösung einer ihrer größten gesundheitlichen Notlagen zu helfen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, der Globale Fonds, UNICEF und andere müssen sich deutlicher zu Wort melden und ernsthafte öffentlich-private Partnerschaften in weit größerem Maßstab einfordern. Wir können es uns nicht leisten, weitere 20Jahre zu warten. Heute und nicht erst morgen muss die globale Gesundheitsgemeinschaft im Kampf gegen die Malaria über ihre derzeitigen Kontrollziele hinaus stärkeren Ehrgeiz und Verpflichtung an den Tag legen."
Quelle: N.N. Malaria 2010: more ambition and accountability please. Lancet 2010; 375: 1407
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