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Übersicht
Der Verdrängungseffekt: Regierungen könnten gesundheitsbezogene Hilfen in andere Sektoren abzweigen In einem aktuellen 'Viewpoint' diskutieren Gorik Ooms und Kollegen vom Institute of Tropical Medicine in Antwerpen die möglichen Ursachen des Verdrängungseffekts. Dieser beschreibt, wie Regierungen gesundheitsspezifische Finanzhilfen nutzen, um ihr eigenes Gesundheitsbudget teilweise zu ersetzen, statt es zu ergänzen. Der Viewpoint erscheint zeitgleich mit Dr. Murrays Artikel über internationale Gesundheitshilfen. Die Autoren stellen fest: "Wir sind der Meinung, dass explizite politische Entscheidungen hinter den Verdrängungs-Effekten stehen, die sich in Anhängigkeit von der jeweiligen Situation der Länder sehr unterschiedlich entfalten." Die Forscher nennen die ihrer Meinung nach drei plausibelsten Ursachen dieser Verdrängungseffekte. Erstens könnten Regierungen außergewöhnliche internationale Großzügigkeit gegenüber dem Gesundheitssektor ausgleichen, indem sie regierungseigene Finanzierungen anderen Sektoren zuweisen. Zweitens könnten Regierungen einer langfristigen Unzuverlässigkeit internationaler gesundheitsbezogener Hilfen zuvorkommen, indem sie mögliche Steigerungen wiederkehrender gesundheitsbezogener Aufwendungen aufhalten, und drittens könnten Regierungen Hilfsmaßnahmen glätten, indem sie ihre Ausgaben über mehrere Jahre hinweg verteilen. Eine Reihe von Möglichkeiten, die in jedem einzelnen dieser Szenarien helfen könnten, werden daher von den Autoren aufgeführt. Um die Neuverteilung in andere Sektoren auszugleichen, könnten Spender unter Berücksichtigung der nationalen Prioritäten der entsprechenden Regierung alle Sektoren gleichmäßig unterstützen. Alternativ hierzu könnten sie ihre Finanzhilfe nur jenen Regierungen bereitstellen und erhöhen, die ihr Gesundheitsbudget zumindest stabil halten. Bei Regierungen, die Hilfen über mehrere Jahre hinweg glätten, ist eine verstärkte Transparenz notwendig, darunter ein besseres Verständnis davon, warum die Regierungen diese Schritte unternehmen. Beispielsweise, dass sie einer langfristigen Unzuverlässigkeit internationaler Hilfen zuvorkommen möchten. Die Autoren führen den internationalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) als einen jener Mechanismen an, der eine stabile und vorhersehbare Finanzierung bereitstellt, und weisen darauf hin, dass er das Potenzial der Zusammenführung internationaler gesundheitsbezogener Finanzhilfen zeige. Die Forscher folgern: "Wenn der Globale Fonds unter Zustimmung aller Staaten, die internationale gesundheitsbezogene Hilfen bereitstellen, von einem Mechanismus profitieren würde, der Lasten gemeinsam teilt, vergleichbar der Lastenverteilung der Internationalen Entwicklungsorganisation der Weltbank, und wenn die Aufgabenstellung des Fonds erweitert würde, indem sie alle Elemente einer umfassenden primären Gesundheitsfürsorge umschließe, dann könnte sich der Fonds in breiten und langfristigen Partnerschaften engagieren, wie es von der Internationalen Gesundheitspartnerschaft (IHP+) vorgeschlagen wird. Individuell agierende Spenderländer, wenn auch durch externe Organisationen koordiniert, können derartige Verpflichtungen nicht eingehen, da es zu viele Partner gäbe, die gegenseitig rechenschaftspflichtig wären. Ein globaler Gesundheitsfonds, gedacht als weltweite soziale Krankenversicherung, könnte die erforderlichen Verpflichtungen der hierfür notwendigen Partnerschaften übernehmen." Quelle: Gorik Ooms and others. Crowding out: are relations between international health aid and government health funding too complex to be captured in averages only?. Lancet 2010; 375: 10.1016/S0140-6736(10)60207-3 http://www.thelancet.com |
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