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Übersicht
Kosteneffektive Untersuchungen auf Diabetes Typ 2 in der US-Bevölkerung Jüngste online vorab veröffentlichte Forschungsarbeiten zeigen, dass ein Screening der US-amerikanischen Bevölkerung auf Diabetes Typ 2 kostenwirksame Erfolge mit sich bringt, wenn es im Altersbereich von 30 bis 45 Jahren begonnen und alle 3 bis 5 Jahre wiederholt wird. Die Studie wurde von Dr Richard Kahn von der American Diabetes Association in Alexandria sowie Kollegen verfasst. Bislang hat noch keine klinische Studie den Effekt oder die Kostenwirksamkeit turnusmäßiger Screeningstrategien untersucht, mit denen neue Fälle von Diabetes Typ 2 entdeckt werden könnten. In dieser Studie zogen die Autoren einen repräsentativen Querschnitt der US-Bevölkerung heran, um eine simulierte Bevölkerung von 325 000 Personen im Alter von 30 Jahren, frei von Diabetes, zu erstellen. Computer-gestützte Rechenmodelle (Archimedes-Modell) verglichen dann acht simulierte Typ-2-Diabetes-Screeningstrategien mit einer Nicht-Screening-Kontrollstrategie. Die Strategien unterschieden sich hinsichtlich des Startalters und der Häufigkeit der Untersuchungen wie auch darin, ob die Patienten ihre Hausärzte spezifisch für ein Diabetes-Screening oder im Rahmen einer Überwachung eines Bluthochdrucks aufsuchten. Diese Studie greift als Erste die Effekte turnusmäßiger gegenüber einmaliger Screenings auf. Der Erfolg jeder Strategie auf Diabetes-Typ-2-Neuerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall und mikrovaskulärer Störungen wurde berechnet, ebenso wie der Effekt auf Lebensqualität, Kosten und Kosten pro qualitätskorrigiertem Lebensjahr (QALY). Im Vergleich zum Nicht-Screening konnten alle Screeningstrategien die Häufigkeit von Herzattacken (3 bis 9 Ereignisse pro 1000 untersuchten Personen verhindert) und Diabetes-bezogenen mikrovaskulären Komplikationen (3 bis 9 Ereignisse pro 1000 untersuchten Personen verhindert) verringern, die Zahl der nach dem 50. Lebensjahr hinzugefügten QALYs (93 bis 194 undiskontierte QALYs) steigern. Die meisten Strategien verhinderten eine signifikante Zahl simulierter Todesfälle nach dem 50. Lebensjahr (2 bis 5 Ereignisse pro 1000 Personen). Einen geringen oder gar keinen Effekt hatte das Screening jedoch auf die Häufigkeit von Schlaganfällen (0 bis 1 verhindertes Ereignis pro 1000 Personen). Fünf der Screeningstrategien verursachten pro QALY Kosten von etwa 10 500 oder weniger US-Dollar. Demgegenüber lagen die Kosten für ein erst mit 45 Jahren gestartetes und dann jährlich wiederholtes Screening weit höher (15 509 US-Dollar). Dies gilt auch für ein mit 60 Jahren gestartetes und dann im 3-jährigen Turnus wiederholtes Screening (25 738 US-Dollar), oder auch für die maximale Screeningstrategie (Beginn der Untersuchung mit 30 Jahren und alle 6 Monate wiederholt; 40 778 US-Dollar). Einige Strategien unterschieden sich erheblich in der Anzahl hinzugewonnener QALYs. Jede Screeningstrategie führte auch zu einer frühzeitigeren Diagnose. Die mittlere Vorlaufzeit bis zur Diagnosestellung betrug im Vergleich zur Kontrolle 1,8 Jahre (Beginn mit 60 Jahren, alle 3 Jahre wiederholt) bis 7,8 Jahre (maximales Screeningverfahren). Trotz der Möglichkeit, Diabetes mittels häufigeren Screenings frühzeitiger zu entdecken, stellten die Autoren fest, dass die größeren Vorlaufzeiten der praktikabelsten Screeningstrategien langfristige Ergebnisparameter nicht signifikant verbesserten. Die fünf kosteneffizientesten simulierten Screeningstrategien unterschieden sich hinsichtlich des erwarteten Nutzens. Der Start des Verfahrens im Alter von 30 Jahren oder 45 Jahren versprach den größten Erfolg. Die angemessene Wahl der Strategie könnte den größten Nutzen bringen, bei gleichzeitig geringen Kosten pro QALY. Die Autoren folgern: "Wir empfehlen daher den Start des Screenings im Alter von 30 und 45 Jahren, wobei das Verfahren alle 3 bis 5 Jahre wiederholt werden sollte. Die Kosten pro QALY könnten weiter verbessert werden, wenn das Screening mit Untersuchungen auf andere Störungen, wie beispielsweise Bluthochdruck kombiniert würde. Gleichermaßen hätte ein Screeningbeginn mit 45 Jahren mit Nachuntersuchungen alle 5 Jahre die niedrigsten Kosten pro QALY, wenn die Untersuchung mit einem Test auf Lipide zusammenträfe." In einem begleitenden Kommentar betont Dr. Guy Rutten vom Julius Center for Health Sciences and Primary Care des University Medical Center Utrecht, dass die in der Studie von Kahn und Kollegen herangezogene Bevölkerung die Gesamtbevölkerung der USA repräsentiere. Unterschiede in Rasse oder ethnischen Ursprungs oder im Lebensstil zwischen Nordamerikanern und Europäern oder Asiaten bedeuten möglicherweise, dass die Ergebnisse außer auf die USA nicht auf andere Länder übertragbar sind. Dies gelte auch für die Unterschiede der Kosten der Gesundheitsfürsorge zwischen dem von einer Versicherung getragenen US-Modell und einem System, das alleinig nahezu alle Kosten übernimmt, wie das nationale britische Gesundheitssystem NHS. Dr. Rutten folgert: "Der aktuelle Artikel liefert weitere Hinweise, dass ein Screening auf Diabetes mit zusätzlichen Untersuchungen auf Bluthochdruck und Blutfettwerte kombiniert werden sollte. Diese Empfehlung steht auch in Reihe mit der gegenwärtigen Screening-Richtlinie der American Diabetes Association. Weitere in das Modell eingebrachte Informationen über per Screening erkannte Personen mit Diabetes Typ 2, sowie die separate Analyse verschiedener Bevölkerungsanteile oder Gesundheitssysteme könnten die Rolle des Archimedes-Modells stärken, um damit weiterhin nützliche Informationen für zukünftige Richtlinien bezüglich des Diabetes-Screenings bereit zu stellen." Quelle: Richard Kahn and others. Age at initiation and frequency of screening to detect type 2 diabetes: a cost-effectiveness analysis. Lancet 2010; 375: 10.1016/S0140-6736(09)62162-0 http://www.thelancet.com |
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