THE LANCET 02.04.10
 

Bessere Standards bei den britischen NHS Trusts
Ein aktueller Leitartikel beleuchtet die Standards der im staatlichen britischen Gesundheitssystem NHS organisierten Hospital Trusts - ausgelöst durch Berichte, denen zufolge es in 25 Trusts zu 4600 zusätzlichen Todesfällen gekommen sein könnte, weil während bestimmter Verfahrensabläufe erhöhte Sterblichkeitsraten aufgetreten waren.

Der Leitartikel betont, dass ab dem 1.  April 2010 alle britischen NHS Trusts bei der Care Quality Commission (CQC) registriert sein müssen, um Patienten legal behandeln zu dürfen. Die CQC ist die unabhängige Regulierungsbehörde jeglicher britischer Gesundheitsfürsorge und sozialer Betreuung Erwachsener. Die Trusts werden von Inspektoren wenigstens einmal im Verlauf von zwei Jahren aufgesucht werden, um innerhalb eines neuen Systems Standards eingehend zu prüfen. Die CQC wird daraufhin jene Trusts, die entsprechende Richtwerte verfehlen, mit einer Geldstrafe belegen, sie rechtlich belangen oder schließen.

Die Folgerung des Leitartikels lautet daher: "Diese Maßnahmen stellen eine gewaltige Verbesserung des vormaligen CQC-Behördensystems dar, das auf Krankenhäuser vertraute, die bezüglich der Standards Selbsteinschätzungen vornahmen, und in dem nur etwa ein Fünftel aller Krankenhäuser pro Jahr untersucht wurden. Bei einigen Trusts wird die Registrierung im neuen System noch von Verbesserungen in solchen Bereichen wie der Kontrolle von Infektionen und dem Einsatz von nicht registrierten Krankenpflege-Agenturen abhängig gemacht. Derartige Verbesserungen hin zu einer unabhängigen Aufsicht sind willkommen, dennoch sind kontinuierliche Überwachung und vollstreckbare Strafmaßnahmen von wesentlicher Bedeutung, um alle Trusts auf jenes Niveau anzuheben, das der NHS anstrebt und die Öffentlichkeit erwartet."

Quelle: Editorial. Improving quality of care in the NHS. Lancet 2010; 375: 1136

www.thelancet.com         [Drucken]   [Fenster schließen]