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THE LANCET   04.12.09
 
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Neue Antibiotika dringend notwendig

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Ein aktueller Leitartikel unterstützt jüngste Rufe nach einer weltweiten Anstrengung, neue Antibiotika zu entwickeln. Er stellt fest, dass die Aussichten, die gegenwärtigen antibiotischen Medikamente zu ersetzen, eher mager erscheinen würden. Dem im Januar 2009 von der Infectious Diseases Society of America (IDSA) herausgegebenen Bericht 'Bad Bugs, No Drugs: No ESKAPE!' zufolge sei seit 2006 in den USA nur ein einziges neues Antibiotikum, Doripenem, zugelassen worden. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der EU zeigte vergleichbar düstere Daten, da nur 15 antibiotische Medikamente, die gegenüber den existierenden Medikamenten potenziellen Nutzen böten, in Entwicklung wären, und nur fünf in klinischen Studien Phase III erreicht hätten. Der Leitartikel bemerkt: "Pharmazeutische Firmen scheinen die Entwicklung antimikrobieller Medikamente wohl als nicht attraktiv wahrzunehmen. Dies mag daran liegen, dass der klinische Bedarf durch kurze Therapieabläufe begrenzt, und dass eine Verkürzung der nützlichen Anwendungszeit des Medikaments durch Resistenzbildung wahrscheinlich ist."

Der Leitartikel unterstützt die jüngste an die USA und EU gerichtete Aufforderung der IDSA, innerhalb der nächsten zehn Jahre zehn neue lizensierte Antibiotika zu entwickeln, auch bezeichnet als "10 x '20 Initiative". Diese Aufforderung folgt einem vom 2. bis 3. November in Washington abgehaltenen Gipfel, auf dem der Präsident der USA, Barack Obama, und der die EU vertretende schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt eine transatlantische Arbeitsgruppe einrichteten, um Erforschung und Entwicklung neuer antimikrobieller Medikamente anzuregen. Der Leitartikel folgert: "Eine globale Strategie ist dringend notwendig, die "10 x '20 Initiative" in Kraft zu setzen und eine stabile Forschungsinfrastruktur zur Entwicklung antimikrobieller Substanzen zu schaffen. Welche finanziellen Mittel werden zur Verfügung stehen, wer wird diese beisteuern, und wie werden akademische Forscher und solche der Industrie zusammenarbeiten, um Hindernisse in der Medikamentenentwicklung zu überwinden? Eine Führerschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO könnte helfen, diese Fragestellung auf die Agenda der öffentlichen Gesundheit zu stellen."

Quelle: Editorial. Urgently needed: new antibiotics. Lancet 2009; 374: 1868
 
http://www.thelancet.com
 
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