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THE LANCET   30.10.09
 
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Änderungen in der Lebensführung können Diabetes verhindern oder verzögern

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Eingriffe in den Lebensstil oder auch das Medikament Metformin können den Ausbruch des Diabetes Typ 2 zumindest für die Dauer von 10 Jahren verhindern oder verzögern. Dies folgert ein aktueller vorab 'Online First' veröffentlichter Artikel, verfasst von Dr. William C. Knowler vom the U.S. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases sowie Kollegen von der Diabetes Prevention Program Research Group.

In den 2,8 Jahren der randomisierten klinischen 'Diabetes Prevention Program'-Studie (DPP) konnte die Diabetes-Häufigkeit in einer Hochrisiko-Gruppe von Erwachsenen mit intensiven Änderungen des Lebensstils um 58 Prozent verringert werden, und mit Hilfe des Medikaments Metformin um 31 Prozent im Vergleich zu einem Placebo. In dieser Langzeit-Nachfolgestudie (Diabetes Prevention Program Outcomes Study) untersuchten die Forscher die langfristige Beständigkeit dieser Effekte.

Alle aktiven DPP-Teilnehmer waren für die Nachfolgestudie geeignet, wobei letztendlich 2766 der 3150 Teilnehmer (88 Prozent) nachbeobachtet wurden. Darunter stammten 910 aus der Lebensstil-Gruppe, 924 aus der Metformin-Gruppe und 932 aus der Placebo-Gruppe. Auf Basis der nützlichen Auswirkungen der intensiven Eingriffe in die Lebensführung während der DPP-Studie wurden allen drei Gruppen entsprechende Lebensstiländerungen vorgeschlagen. Die Metformin-Therapie wurde in der ursprünglichen Metformin-Gruppe fortgesetzt (zweimal täglich 850 Milligramm, soweit verträglich), der ursprünglichen Lebensstil-Gruppe wurde zusätzliche Unterstützung angeboten. Primärer Ergebnisparameter war die Entwicklung eines Diabetes gemäss der Kriterien der American Diabetes Association.

Die Forscher stellten fest, dass die Gruppe mit den Änderungen in der Lebensführung im Verlauf der 10-jährigen Nachbeobachtung nach der Randomisierung in das DPP im Mittel 7 Kilogramm Körpergewicht verlor, und dann zum Teil ein neues Plateau mit einem mittleren Gewichtsverlust von 2 Kilogramm erreichte. Der geringe Gewichtsverlust auf Grund des Metformins wurde beibehalten. Die Diabetes-Häufigkeitsraten während des DPP lagen bei 4,8 Fällen pro 100 Teilnehmerjahren in der Gruppe mit den intensiven Lebensstiländerungen, bei 7,8 in der Metformin-Gruppe und bei 11,0 in der Placebo-Gruppe. Als nun allen Studienteilnehmern während der Nachbeobachtung den erfolgreichen Eingriffen des DPP vergleichbare Lebensstiländerungen angeboten wurden, fielen die Diabetes-Häufigkeitsraten in den ursprünglichen Placebo- und Metformin-Gruppen auf das Niveau der ursprünglichen Lebensstil-Gruppe, deren Raten während der gesamten Studie niedrig blieben. Die Diabetes-Häufigkeitsraten während der Nachbeobachtung lagen bei 5,9 pro 100 Teilnehmerjahren in der Lebensstil-Gruppe, bei 4,9 in der Metformin-Gruppe und bei 5,6 in der Placebo-Gruppe. In den 10 Jahren seit der DPP-Randomisierung konnte die Diabetes-Häufigkeit in der Lebensstil-Gruppe um 34 Prozent, in der Metformin-Gruppe im Vergleich zu Placebo um 18 Prozent verringert werden.

Die Autoren stellen fest: "In dieser Studie konnte der Ausbruch des Diabetes auf Grund von Änderungen in der Lebensführung um 4 Jahre, und mit Hilfe des Metformins verglichen mit Placebo um 2 Jahre verzögert werden."

Die Forscher folgern: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine über Lebensstiländerungen oder Metformin-Therapie erreichte Verringerung in der kumulativen Häufigkeit des Diabetes über wenigstens 10 Jahre bestehen kann. Weitere Nachfolgeuntersuchungen werden mit Blick auf langfristige klinische Ergebnisparameter entscheidende Daten liefern, darunter auch zur Sterblichkeit. Die langfristigen Reduzierungen des Körpergewichts und der Diabetes-Häufigkeit sind viel versprechend, allerdings ist eine weitere Quantifizierung der langfristigen Folgen wichtig, um den Nutzen der Diabetes-Vorbeugung festlegen zu können."

In einem Begleitkommentar bemerkt Dr. Anoop Misra vom Department of Diabetes and Metabolic Diseases an den Fortis Hospitals in Neu-Delhi: "Die Vermeidung von Diabetes ist ein langer und gewundener Pfad. Es scheint keine Abkürzung zu geben, und die beständige und ausgedehnte intensive Änderung der Lebensführung erscheint als wirkungsvollste gangbare Methode. Allerdings muss in den Bereichen Ernährung (ballaststoffreich, Kost mit niedrigem glykämischem Index), körperliche Aktivität (Aerobic, zusätzlich Übungen zur Widerstandsfähigkeit) sowie pharmazeutische Unterstützung (insbesondere Therapien auf Basis des Glucagon-like Peptids GLP-1) vermehrt Forschung betrieben werden, um Diabetes zu verhindern. Wir benötigen wirkungsvollere Medikamente für jene, die auf Grund von Gebrechen intensive Lebensstiländerungen nicht vollziehen können. Auf Grund der weiten Verbreitung und raschen Zunahme des Metabolischen Syndroms und des Diabetes besteht die Notwendigkeit, diese Ergebnisse auf andere ethnische Gruppen und Entwicklungsländer anzuwenden, wie auch von diesen Daten zu erheben."

Quelle: Diabetes Prevention Program Research Group. 10-year follow-up of diabetes incidence and weight loss in the Diabetes Prevention Program Outcomes Study. Lancet 2009; 374: doi:10.1016/S0140-6736(09)61457-4
 
http://www.thelancet.com
 
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