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THE LANCET   16.10.09
 
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Sieben-Punkte-Plan zur Verringerung der Kindersterblichkeit bei Durchfallerkrankungen

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Nahezu ein Fünftel aller Todesfälle unter Kindern – jährlich etwa 1,5 Millionen – wird durch Durchfallerkrankungen verursacht. Somit sterben insgesamt mehr Kinder daran als an AIDS, Malaria und Masern zusammengenommen. Ein neuer Bericht der UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO liefert einen Sieben-Punkte-Plan zur umfassenden Kontrolle der Diarrhöe. Dieser Plan und der zugrunde liegende Impuls werden in einem aktuellen vorab 'Online First' veröffentlichten Kommentar diskutiert. Der Kommentar wurde von Dr. Tessa Wardlaw von der UNICEF, Dr. Elizabeth Mason, Direktorin des Department of Child and Adolescent Health and Development (CAH) der WHO in Genf sowie Kollegen verfasst.

Bis heute erhalten nur 39 Prozent der an Diarrhöe erkrankten Kinder in den Entwicklungsländern die empfohlene Behandlung. Die wenigen verfügbaren Daten zu den Tendenzen lassen außerdem vermuten, dass seit 2000 nur geringe Fortschritte gemacht wurden. In den meisten Entwicklungsländern ist Zink als Nahrungsergänzung in aller Regel nicht verfügbar, außerdem wurden niedrig-osmolare orale Rehydrationslösungen (oral rehydration salts, ORS) selbst nach fünf Jahren, nachdem UNICEF und WHO deren Verwendung in Programmen empfohlen hatten, nur zögerlich auf den Markt gebracht.

Auf der Ebene der Vorbeugung sind in vielen Bereichen Fortschritte erzielt worden, insbesondere mit Blick auf ergänzend gegebenes Vitamin A, Masern-Impfungen, Zugang zu frischem Trinkwasser sowie dem ausschließlichen Stillen der Säuglinge. In anderen Bereichen jedoch bleibt noch Vieles zu tun. In den meisten Entwicklungsländern gibt es keine Impfung gegen Rotaviren, Verbesserungen in der Trinkwasserversorgung, der sanitären Einrichtungen und der Quote stillender Mütter bleiben als wichtige Aufgabenstellungen bestehen.

Die Autoren stellen fest: "Die Impfung gegen das Rotavirus, das weltweit 40 Prozent aller durchfallbedingten Krankenhauseinweisungen der unter fünfjährigen Kinder verursacht, sollte nach jüngsten Empfehlungen in allen nationalen Impfprogrammen eingeführt werden. Die beschleunigte Einführung in Afrika und Asien, den Regionen mit der höchsten Belastung mit dem Rotavirus, sollte internationale Priorität erhalten."

Der Sieben-Punkte-Plan sieht zwei Behandlungen und fünf vorbeugende Strategien vor. Die Behandlungen bestehen aus einer Versorgung der Kinder mit Flüssigkeit (Rehydration), um die Dehydration zu vermeiden, sowie einer ergänzenden Verabreichung von Zink. Orale Rehydrationstherapien sind der Eckpfeiler der Rückversorgung mit Flüssigkeit, der Goldstandard sind niedrig-osmolare orale Rehydrationslösungen. Wichtige zusätzliche Komponenten umfassen kontinuierliche Ernährung, darunter Stillen, sowie die Verwendung geeigneter Flüssigkeiten zuhause, wenn orale Rehydrationslösungen nicht zur Verfügung stehen. Ganz generell sollte vermehrt Flüssigkeit aufgenommen werden. Das Paket der vorbeugenden Maßnahmen umfasst: 1. Impfungen gegen Rotaviren und Masern, 2. Förderung des frühen und ausschließlichen Stillens sowie der ergänzenden Verabreichung von Vitamin A, 3. Förderung der Handhygiene mit Seife, 4. Verbesserung der Wasserquantität und -qualität, darunter Aufbereitung und sichere Lagerung des Haushalts-Brauchwassers und 5. Förderung der Gemeinde-umfassenden Einrichtung sanitärer Anlagen.

Die Autoren folgern: "Wir wissen, was die Kindersterblichkeit auf Grund einer Diarrhöe verringern kann, und welche Maßnahmen eine nachhaltige Reduzierung der Belastung durch Durchfallerkrankungen erzielen können. Wir müssen Vorbeugung und Behandlung der Diarrhöe zu einem Anliegen aller machen, von den Familien und Gemeinschaften hin zu Regierungsspitzen und der globalen Gemeinschaft."

Quelle: T Wardlaw and others. Diarrhoea: why children are still dying and what can be done. Lancet 2009; 374: 10.1016/S0140-6736(09)61798-0
 
http://www.thelancet.com
 
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