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Drainage nach Operation eines Subduralhämatoms verringert Sterblichkeit Eine nach der Operation eines chronischen Subduralhämatoms gelegte Drainage kann Patienten-Sterblichkeit und Wiederauftreten des Hämatoms erheblich reduzieren. Dies folgert ein aktueller Artikel im 'Surgery Special Issue', verfasst von Dr. Peter Hutchinson, Thomas Santarius und Kollegen des Academic Department of Neurosurgery am Addenbrooke's Hospital in Cambridge. Ein Subduralhämatom ist eine Form einer traumatischen Verletzung des Gehirns, bei der Blut unter die Dura gelangt (die äußerste schützende Membran des Gehirns). Chronische Subduralhämatome entwickeln sich über mehrere Tage oder Wochen hinweg, häufig nach geringfügigen Kopfverletzungen, und sie werden oft erst Wochen oder sogar Monaten nach der eigentlichen Verletzung entdeckt. Diese Hämatome betreffen meist ältere Personen (58 Patienten unter 100 000 über 70-jährigen Patienten), es wird daher erwartet, dass die Häufigkeit der chronischen Subduralhämatome mit einer alternden Bevölkerung zunehmen wird. Chronische Subduralhämatome treten bei etwa 5 bis 30 Prozent der operierten Patienten erneut auf. Ein wenige Zentimeter in den subduralen Raum angelegter und dort für wenige Tage nach der Operation verbleibender Plastik-Drain kann ein Wiederauftreten des Hämatoms verringen. Diese Technik wird von Chirurgen jedoch nicht routinemäßig angewandt, zudem wird die Drainage kontrovers diskutiert. Die Autoren untersuchten den Effekt der Drainage auf Rückfall und klinische Ergebnisparameter. Diese randomisierte kontrollierte Studie wurde in einem britischen Zentrum (Addenbrooke's Hospital) zwischen November 2004 und November 2007 durchgeführt. Die Studie umfasste 215 Patienten im Alter von 18 oder mehr Jahren, die an einem chronischen Subduralhämatom litten, das per Trepanation entfernt werden sollte. Nach der Evakuierung des Hämatoms erhielten 108 Patienten per Zufallsverfahren eine in den subduralen Raum gelegte Drainage, die verbleibenden 107 keine. Primärer Endpunkt war das Wiederauftreten des Hämatoms mit daraufhin erforderlicher Redrainage. Die Studie wurde frühzeitig beendet, da die verringerten Rückfälle in der Drainage-Gruppe einen signifikanten Nutzen darstellten. Die Forscher stellten fest, dass die Rückfallraten in der Drainage-Gruppe bei 10 von 108 Patienten (9,3 Prozent), in der Kontrollgruppe bei 26 von 107 Patienten (24 Prozent) lagen. Nach 6 Monaten lag die Sterblichkeit entsprechend bei 9 von 105 Patienten (8,6 Prozent) sowie bei 19 von 105 Patienten (18 Prozent). Medizinische und chirurgische Komplikationen waren in beiden untersuchten Gruppen weitgehend gleicher Art. Die Autoren bemerken: "Das Anlegen einer Drainage nach Trepanation und Evakuierung eines chronischen subduralen Hämatoms ist sicher und mit verringerten Rückfallquoten und reduzierter Sterblichkeit nach 6 Monaten verknüpft. Die Besorgnis über erhöhte Operationsrisiken war der Hauptgrund dafür, dass die meisten Neurochirurgen in Großbritannien und Irland auf das Anlegen einer Drainage lieber verzichteten." Die Forscher folgern: "Wir konnten keinerlei Unterschiede in der Häufigkeit medizinischer oder chirurgischer Komplikationen zwischen den Gruppen mit Drainage oder ohne feststellen. Die Ergebnisse unserer Studie stützen die Anlage einer Drainage nach Trepanation und Evakuierung eines chronischen subduralen Hämatoms." In einem Begleitkommentar bemerken Dr. Timo Koivisto und Dr. Juha Jääskeläinen vom Department of Neurosurgery am Kuopio University Hospital in Finnland: "Die Frage, Drainage oder nicht, hat bereits seit Jahrzehnten nach einer randomisierten klinischen Studie gerufen, und hier ist sie nun, tadellos durchgeführt. Das Anlegen einer Drainage verringerte statistisch Rückfälle, weitere Maßnahmen und Sterblichkeit. Die Studie von Hutchinson und Kollegen sollte in jeder neurochirurgischen Abteilung verbreitet werden." Quelle: T Santarius and others. Use of drains versus no drains after burr-hole evacuation of chronic subdural haematoma: a randomised controlled trial. Lancet 2009; 374: 1067 - 1073 http://www.thelancet.com |
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