THE LANCET 04.09.09
 

Kontrollmaßnahmen in Häusern verringern Anzahl der Malariamücken und Anämien der Kinder
Der Schutz der Wohnräume durch überprüfende Maßnahmen (house screening) kann erheblich dazu beitragen, die Anzahl der Malaria übertragenden Anophelesmücken wie auch die Häufigkeit Malaria-assoziierter Anämien bei Kindern in diesen Häusern zu reduzieren. Die Ergebnisse werden in einem vorab 'Online First' veröffentlichten Artikel dargestellt, geschrieben von Dr. Matthew J. Kirby (Durham University, gegnwärtig an der niederländischen Universität Wageningen) und Professor Steve W. Lindsay (Durham University, gegenwärtig an der London School of Hygiene and Tropical Medicine LSHTM) sowie Kollegen der Medical Research Council’s (MRC) Laboratories in Gambia und der LSHTM. Die Studie wurde durch die MRC finanziert.

Die Autoren untersuchten zwei Methoden des 'house screening': die vollständige Überprüfung von Fenstern und Türen sowie die Abdichtung der Dachüberstände und sonstiger Öffnungen, durch welche Malariamücken eindringen könnten, sowie den ausschließlichen Einbau überprüfter Zimmerdecken. Die Forscher bewerteten, ob jede dieser Maßnahmen das Eindringen der Malariamücken in die Räumlichkeiten verhindern und somit auch die malaria-assoziierten Anämien bei Kindern in einem Gebiet saisonaler Malariainfektionen verringern konnte. In diesem Fall handelte es sich um die gambische Stadt Farafenni. Insgesamt wurden 462 Häuser untersucht (188 Komplettüberprüfungen, 178 überprüfte Zimmerdecken, 96 nicht getestete Wohnräume). In die Häuser eingedrungene Malariamücken wurden mittels Fallen eingefangen.

Die Forscher stellten fest, dass die Anzahl der Anophelesmücken in den Häusern um 49 Prozent (überprüfte Zimmerdecken) und 59 Prozent (vollständige Überprüfung) zurückging. Die Kinder in diesen vollständig oder partiell überprüften Gebäuden hatten im Vergleich zu den Kindern der nicht überprüften Häuser eine um die Hälfte geringere Wahrscheinlichkeit, an malaria-assoziierten Anämien zu erkranken. Die Autoren meinen: "Diese überprüfenden Maßnahmen in den Häusern können einfach in integrierte Vektormanagement-Programme eingegliedert werden, und da sie nicht auf Insektiziden beruhen, könnnen sie in Gebieten, in denen sich Insektizidresistenzen entwickeln, besonders nützlich sein. Wir können den Start einer größeren Studie unterstützen, die untersucht, ob diese Maßnahmen klinische Folgen der Malaria in verschiedenen Gemeinden verringern können, darunter in Gebieten, in denen insektizidbehandelte Moskitonetze bereits häufig verwendet werden. Wir hoffen auch, dass die Ergebnisse unserer Studie die Entwicklung zusätzlicher nachhaltiger Methoden anregen werden, die in Kombination mit verbesserter Gesundheitsfürsorge und Zugang zu Behandlung helfen können, die Bemühungen zur Ausrottung der Malaria zu verstärken."

In einem begleitenden Kommentar bemerken Dr. Laurence Slutsker und Dr. John E. Gimnig von den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta, dass diese Malaria vorbeugenden überprüfenden Maßnahmen bereits früher mehr zur Kontrolle und Ausrottung der Malaria beigetragen haben könnten, als bislang angenommen. Allerdings sei weitere Forschung notwendig, um festzulegen, wann und wie diese Strategie mit anderen Vektormanagementmaßnahmen wie langwirksamen insektizidbehandelten Moskitonetzen (LLINs) verknüpft werden sollte, um zusätzlichen oder synergistischen Nutzen zu bringen.

Quelle: MJ Kirby and others. Effect of two different house screening interventions on exposure to malaria vectors and on anaemia in children in The Gambia: a randomised controlled trial. Lancet 2009; 374: 10.1016/S0140-6736(09)60871-0

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