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THE LANCET   28.08.09
 
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Prognosetest zur Therapiefestlegung für COPD-Patienten

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Ein neuer Bewertungsmaßstab, der ADO-Index eignet sich besser zur Risikoabschätzung von Patienten, an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu sterben, und ist in der klinischen Praxis weit einfacher anzuwenden als die gegenwärtigen Testverfahren. Der Test könnte den Ärzten dabei helfen, dem einzelnen Patienten angemessene Behandlungsmöglichkeiten zuzuordnen, stellt ein aktueller Artikel der The Lancet-COPD-Spezialausgabe fest.

Der BODE-Index ist ein weit verbreiteter Maßstab, um abzuschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Patient an der COPD sterben wird. Der Index beruht auf der Bewertung wesentlicher Risikofaktoren der COPD, wie Body-Mass-Index (BMI), Behinderungen des Luftstroms, Kurzatmigkeit und körperliche Belastungsfähigkeit. Da die Belastungsfähigkeit in der Praxis häufig nicht überprüft werden kann, kommt der BODE-Index in Einrichtungen der Primärversorgung, in denen COPD-Patienten meist behandelt werden, nur selten zum Einsatz. Außerdem kann dieser Index das individuelle Absolutrisiko nicht genau berechnen und ist den Ärzten daher kein geeignetes prognostisches Instrument, wenn diese herauszufinden versuchen, welche Behandlungsoption beim einzelnen Patienten anzuwenden wäre.

Um festzustellen, ob der BODE-Index Hochrisikopatienten akkurat bestimmen kann, untersuchten Milo Puhan von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health und Kollegen, ob das per BODE-Index berechnete Todesfallrisiko eines Patienten mit dem beobachteten 3-Jahres-Risiko einer Sterblichkeit aus allen Gründen übereinstimmte. Hierzu beobachteten die Forscher zwei verschiedene COPD-Patientengruppen in der Schweiz und Spanien. Die Autoren versuchten dann über Modifizierungen des Indexes dessen Aussagekraft zu verbessern, um damit ein neues einfacheres Bewertungsschema zu entwickeln, dass auf Altersangaben, Kurzatmigkeit und Störungen des Luftstroms beruht (ADO-Index). In dieser Form soll der Index Ärzten in Einrichtungen der Primärversorgung nützlicher sein.

Insgesamt wurden 232 Patienten mit langwährender und schwerer COPD aus der schweizerischen Barmelweid-Kohortenstudie untersucht, daneben die 342 Patienten aus der spanischen Kohortenstudie 'Phenotype and Course of COPD', die auf Grund moderater bis schwerer COPD zum ersten Mal in ein Krankenhaus überwiesen wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass der ursprüngliche BODE-Index das 3-Jahres-Sterblichkeitsrisiko nur unzureichend vorhersagte. In der schweizerischen Kohorte lag die relative Unterschätzung des Risikos bei 36 Prozent (mittleres prognostiziertes Risiko: 21,7 Prozent, demgegenüber ermitteltes Risiko: 34,1 Prozent), in der spanischen Kohorte lag die relative Überschätzung bei 39 Prozent (mittleres prognostiziertes Risiko: 16,7 Prozent, demgegenüber ermitteltes Risiko: 12,0 Prozent). Wichtig jedoch ist, dass der aktualisierte BODE-, wie auch der ADO-Index eine genauere Vorhersage der 3-Jahres-Sterblichkeit lieferten und mit der beobachteten Sterblichkeit in der spanischen Kohorte weitgehend übereinstimmten. Die Unterschiede zwischen prognostizierter und tatsächlich beobachteter Sterblichkeit fielen gering aus.

Die Autoren kommentieren: "Das vereinfachte Punktesystem für den aktualisierten BODE- und den ADO-Index ist einfach anzuwenden, um damit das 3-Jahres-Sterblichkeitsrisiko bei einzelnen Patienten zu ermitteln. Es ermöglicht Klinikärzten, jene Patienten mit moderatem oder hohem Sterblichkeitsrisiko zu identifizieren, für die eine umfassendere Behandlung mit beispielsweise pulmonaler Rehabilitation angemessen erscheint, um deren Risiken zu senken."

Die Forscher folgern: "Beide Indizes, der modernisierte BODE und ADO, könnten die prognostische Bewertung von COPD-Patienten in spezialisierten wie auch in Primärversorgungseinrichtungen unterstützen. Derartige Untersuchungen stärken die zielgerichtete Zuordnung der Therapien für einzelne Patienten."

In einem begleitenden Kommentar bemerkt Holger Schünemann vom McMaster University Health Sciences Centre in Kanada, dass die Ergebnisse folgendes andeuten: "Die Identifikation grundlegender Risiken anhand prognostischer Studien könnte dabei helfen, Therapien auszurichten und kann wichtige und seit langem notwendige Beiträge beispielsweise zur Erstellung von Richtlinien leisten."

Quelle: M Puhan and others. Expansion of the prognostic assessment of patients with chronic obstructive pulmonary disease: the updated BODE index and the ADO index. Lancet 2009; 374: 704
 
http://www.thelancet.com
 
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