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Übersicht
COPD-Patienten sollten Therapie frühzeitiger beginnen Die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung von COPD-Patienten in bereits fortgeschritteneren Stadien der Erkrankung ist belegt, Hinweise bezüglich eines frühzeitigeren Beginns einer Therapie existieren jedoch nur wenige. Die Ergebnisse der UPLIFT-Studie wurden vorab 'Online- First' veröffentlicht und stimmen zeitlich mit der The Lancet-COPD-Spezialausgabe überein. Sie zeigen, dass eine Behandlung mit inhaliertem Tiotropium in einem früheren Stadium der COPD-Erkrankung den Rückgang der Lungenfunktionen verringern kann, und dass die Therapie daher zu diesem früheren Zeitpunkt beginnen sollte. Der Artikel wurde von Professor Marc Decramer vom Universitätskrankenhaus der belgischen Universität Leuven und Kollegen verfasst. Obwohl die UPLIFT-Studie Patienten mit allen Stadien der Erkrankung untersuchte, analysierten die Autoren des Artikels eine vorab ausgewählte Untergruppe von Patienten im spezifischen Schweregrad GOLD II (moderat erkrankt). Von insgesamt 5993 Patienten hatten 2739 zum Zeitpunkt der Randomisierung den Schweregrad GOLD II, das Durchschnittsalter betrug 64 Jahre. Pre-Bronchodilator-Spirometrie wurde vor Verabreichung eines Studien-Medikaments am Morgen eines Klinikbesuchs (d.h. 24 Stunden nach der letzten Dosis der Studien-Medikation) durchgeführt. Post-Bronchodilator-Spirometrie erfolgte nach Gabe des Studien-Medikaments und kurzwirkender Bronchodilatoren (Ipratropium und Salbutamol). Die Patienten hatten eine mittlere Post-Bronchodilator-FEV1 (Einsekundenkapazität) von 1,63 Litern, das sind 59 Prozent des erwarteten Werts. Insgesamt waren 2376 Patienten für die Endanalyse geeignet, wovon 1218 Patienten Tiotropium und 1158 Placebo über die Dauer von 4 Jahren verabreicht bekamen. Die Forscher stellten fest, dass die jährliche Verringerungsrate der mittleren Post-Bronchodilator-FEV1 in der Tiotropium-Gruppe um 12 Prozent niedriger lag als in der Placebo-Gruppe (43 Milliliter gegenüber 49 Milliliter). Bezüglich der Verringerungsrate der mittleren Pre-Bronchodilator-FEV1 gab es zwischen den beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied (35 Milliliter gegenüber 37 Milliliter). Die mit Tiotropium behandelten Patienten hatten zudem zu allen Zeitpunkten einen besseren Gesundheitsstatus (mittels Fragebögen festgestellt). Das Risiko einer Exazerbation (ernsthafte Verschlimmerung der Symptome) wurde bei den Tiotropium-Patienten um 18 Prozent gesenkt, das Risiko dieser Patienten, auf Grund einer Verschlechterung in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden, verringerte sich um 26 Prozent. Die Autoren folgern: "Bei COPD-Patienten im GOLD II-Stadium scheint die langfristige Behandlung mit Tiotropium die Rückgangsrate der Post-Bronchodilator-Einsekundenkapazität wie auch das Risiko von Verschlechterungen verringern zu können. Da wir außerdem festgestellt haben, dass Lungenfunktion und gesundheitsbezogene Fragestellungen der Lebensqualität während des gesamten Studienverlaufs in der Tiotropium-Gruppe besser ausfielen als in der Kontrollgruppe, sollte die Behandlung der COPD bei symptomatischen Patienten bereits bei moderatem Krankheitsverlauf einsetzen." In einem Begleitkommentar bemerken Dr. Lisa Davies vom Aintree Chest Centre am University Hospital Aintree und Professor Peter M. A. Calverley von der University of Liverpool: "Wie die UPLIFT-Forscher bereits argumentierten, gibt es immer noch eine erhebliche Anzahl von symptomatischen Patienten im GOLD II-Stadium ohne klinische Diagnosestellung. Deren Daten sollten jene anspornen, die Pläne zu einer frühzeitigen Identifikation einer COPD entwickeln, darunter auch das britische Gesundheitsministerium, und verdeutlichen, dass die Erkennung solcher Patienten tatsächlich von Nutzen ist und den Patienten eine bessere symptomatische Kontrolle ihrer Erkrankung wie auch Verbesserungen ihres gesamten Wohlbefindens bieten kann." Quelle: M Decramer and others. Effect of tiotropium on outcomes in patients with moderate chronic obstructive pulmonary disease (UPLIFT): a prespecified subgroup analysis of a randomised controlled trial. Lancet 2009; 374: 10.1016/S0140-6736(09)61298-8 http://www.thelancet.com |
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