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THE LANCET   28.08.09
 
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Kein gesteigertes Risiko für COPD-Patienten durch inhaliertes Kortikosteroid

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Im Gegensatz zu anderen Forschungsergebnissen zeigen Patienten, die das Kortikosteroid Budesonid zur Behandlung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) inhalieren, kein erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung. Der Einsatz dieses Medikaments bei den Patienten sei daher unbedenklich, folgert ein aktueller Artikel der The Lancet-COPD-Spezialausgabe.

COPD-Patienten werden inhalierbare Kortikosteroide mit oder ohne zusätzliche Beta-Antagonisten verschrieben, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Jüngere Studien haben jedoch angedeutet, dass inhalierte Kortikosteroide insbesondere bei hochdosiert behandelten Patienten das Risiko einer Lungenentzündung steigern. Allerdings wurden diese Studien bezüglich ihrer Beschränkungen kritisiert, wie beispielsweise deren Unfähigkeit, Störfaktoren wie Alter und Lungenfunktion zu bereinigen, da Daten auf Patientenebene nicht zugänglich waren. Außerdem hätten sich die Studien nur auf ein einziges inhaliertes Kortikosteroid konzentriert, Fluticason, wodurch sie mögliche Unterschiede zwischen den steroiden Komponenten und deren unterschiedliche klinische Effekte nicht darlegen konnten.

Dr. Don Sin vom St. Paul’s Hospital und der University of British Columbia im kanadischen Vancouver sowie Kollegen griffen einige dieser Beschränkungen auf, indem sie sieben große klinische Studien nochmals bewerteten, um die Auswirkungen des Budesonid auf das Risiko einer Lungenentzündung zu untersuchen, ein bei Patienten mit stabiler COPD unerwünschtes Ereignis. Diese Studien hatten die Inhalation von Budesonid mit oder ohne zusätzlich gegebenem langwirksamem Beta-Mimetikum Formoterol mit einer Kontrolle verglichen (Placebo oder alleinig verabreichtes Formoterol). Insgesamt wurden die Daten von 7042 Patienten aus 30 Ländern analysiert, wovon 3801 Budesonid inhalierten und 3241 zur Kontrolle zählten.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass das 1-Jahres-Risiko einer Lungenentzündung in beiden Behandlungsgruppen niedrig lag und keinen signifikanten Unterschied aufwies. Das Auftreten einer Lungenentzündung als unerwünschtes Ereignis lag in der Budesonid-Gruppe wie auch in der Kontrollgruppe bei 3 Prozent, als schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis bei 1 Prozent gegenüber 2 Prozent. Zunehmendes Alter und verringerte Lungenfunktionen waren die beiden wichtigsten Einflusswerte für eine Lungenentzündung als unerwünschtes oder sogar schweres unerwünschtes Ereignis. Geschlecht, gegenwärtiger Status als Raucher und Body-Mass-Index (BMI) waren allerdings nicht signifikant mit einem erhöhten Risiko einer Lungenentzündung verknüpft.

Die Autoren folgern: "Zukünftige Forschungen sollten die Mechanismen klar stellen, über die inhalierte Kortikosteroide zu Lungenentzündungen beitragen, wie auch, durch welche Unterschiede in Dosierung und Pharmakokinetiken das Risiko modifiziert wird."

In einem begleitenden Kommentar stellt Dr. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover fest, dass die Verbesserung der Qualität klinischer Daten der einzige Weg wäre, die Frage zu beantworten, ob inhalierte Kortikosteroide das Risiko einer Lungenentzündung steigern. Er schlägt vor, dass alle COPD-Studien eine Definition einer ambulant erworbenen Lungenentzündung aufweisen sollten, die internationalen Richtlinien entspricht, und dass in allen Fällen mit Verdacht auf Lungenentzündung eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs durchgeführt werden sollte.

Quelle: D Sin and others. Budesonide and the risk of pneumonia: a meta-analysis of individual patient data. Lancet 2009; 374: 712
 
http://www.thelancet.com
 
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