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Übersicht
Behandlung des hohen systolischen Blutdrucks bei Nichtdiabetikern sinnvoll Eine Therapie zur Verringerung des hohen systolischen Blutdrucks bei nichtdiabetischen Patienten ist mit einem Rückgang der linksventrikulären Hypertrophie (LVH) verknüpft. Diese Verdickung des Herzmuskels kann zu Herzversagen und Herzrhythmusstörungen führen. Eine Absenkung der systolischen Blutdruckwerte von den gegenwärtig empfohlenen 140 Millimeter Hg oder weniger auf unter 130 mm Hg sollte das Behandlungsziel bei Niedrigrisiko-Patienten mit hohem Blutdruck darstellen, folgert ein aktueller Artikel. Trotz des Mangels an Hinweisen empfehlen Bluthochdruck-Richtlinien, dass der Blutdruck auf unter 140/90 mm Hg abgesenkt werden sollte. Hinweise aus früheren Studien unterstützen einen Blutdruck-Zielwert von unter 130/80 mm Hg bei Hochrisiko-Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankung oder Diabetes. Auf welchen Wert der systolische Blutdruck bei jenen Patienten abgesenkt werden sollte, die kein hohes kardiovaskuläres Risiko haben, wurde in klinischen Studien bislang allerdings nicht untersucht. Tatsächlich gibt es gegenwärtig keine Hinweise, die einen niedrigeren Zielwert bei Nichtdiabetikern mit hohem Blutdruck unterstützen. Paolo Verdecchia vom S. Maria della Misericordia-Krankenhaus und dem italienischen ANMO Research Centre sowie Kollegen leiteten erstmals eine Studie, die die kardiovaskulären Effekte eines systolischen Blutdruck-Zielwerts von unter 130 mm Hg (strenge Kontrolle) im Vergleich zu einem Zielwert von unter 140 mm Hg (herkömmliche Kontrolle) bei Nichtdiabetikern mit hohem Blutdruck untersuchte. Insgesamt wurden zwischen 2005 und 2007 1111 nichtdiabetische Patienten im Alter von 55 oder mehr Jahren und mit einem systolischen Blutdruck von 150 mm Hg oder höher aus 44 Zentren in Italien erfasst. Die Patienten wurden per Zufallsverfahren einem systolischen Blutdruck-Zielwert von unter 140 mm Hg (553) oder von unter 130 mm Hg (558) zugeordnet. Um die Werte zu verringern, wurden Blutdruck senkende, den Bedürfnissen der einzelnen Patienten angepasste Medikamente eingesetzt. Der Blutdruck wurde im Verlauf von 2 Jahren alle 4 Monate überprüft, zudem wurden die Patienten während der letzten Visite nach Ablauf der zwei Jahre mit Blick auf eine LVH untersucht. Über 2 Jahre hinweg half die strenge (<130 mm Hg) im Vergleich zur herkömmlichen Kontrolle (<140 mm Hg), den systolischen Blutdruck zu senken und die Wahrscheinlichkeit von LVHs und klinischen Ereignissen zu verringern. Insgesamt lagen in der streng kontrollierten Gruppe der systolische um 3,8 mm Hg und der diastolische Blutdruck um 1,5 mm Hg niedriger. Außerdem hatten die Patienten der normal kontrollierten Gruppe nach 2 Jahren eine größere Wahrscheinlichkeit einer linksventrikulären Hypertrophie (17 Prozent) als die der strengen Kontrollgruppe (11,5 Prozent). Obwohl die Gesamtzahl der Ereignisse mit klinischen Ergebnisparametern klein war, so traten Koronarrevaskularisation und erneut einsetzendes Vorhofflimmern in der streng kontrollierten Gruppe doch signifikant seltener auf. Die Autoren folgern: "Auf Grund der seltenen Blutdruckkontrollen in klinischen Studien und der allgemeinen Bevölkerung, sowie auf Grund des direkten Zusamenhangs zwischen kardiovaskulärem Schutz und verringertem Blutdruck unterstützen die Ergebnisse einen niedrigeren Blutdruck-Zielwert als den gegenwärtig für nichtdiabetische Patienten mit Bluthochdruck empfohlenen." In einem begleitenden Kommentar warnt Bo Carlberg vom schwedischen Universitätskrankenhaus in Umeå, vor einer Änderung der Richtlinien für Niedrigrisiko-Patienten mit Bluthochdruck folgendes zu beachten: "Eine Behandlung des systolischen Blutdrucks auf einen Zielwert von unter 130 mm Hg sollte in ausreichend leistungsfähigen randomisierten Studien untersucht werden. Nur dann wird es möglich sein, festzulegen, welchen Patientengruppen ein solche Behandlung nützt, und welche Kosteneffizienz diese hat." Quelle: P Verdecchia and others. Usual versus tight control of systolic blood pressure in non-diabetic patients with hypertension (Cardio-Sis): an open-label randomised trial. Lancet 2009; 374: 525 http://www.thelancet.com |
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