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Beschneidung schützt Frauen nicht vor HIV-Übertragung durch männliche Sexualpartner Eine randomisierte Studie in Uganda zeigt, dass die Beschneidung HIV-infizierter Männer die Weitergabe des Virus an ihre weiblichen Partner nicht reduziert. Dies berichten Dr. Maria J. Wawer von der Johns Hopkins School of Public Health in Baltimore und ihre Kollegen. Beobachtungsstudien hatten zuvor eine Verknüpfung zwischen einer Beschneidung der Männer und verringertem HIV-Infektionsrisiko der weiblichen Partner berichtet. Im Rakai-Distrikt von Uganda nahmen 922 nicht beschnittene HIV-infizierte asymptomatische Männer im Alter von 15 bis 49 Jahren mit CD4-Zellzahlen von 350 Zellen pro Mikroliter und mehr an dieser randomisierten Studie teil. 474 Männer wurden dann randomisiert ausgewählt und sofort beschnitten (Interventionsgruppe), die anderen erst nach 24 Monaten (Kontrollgruppe, 448 Männer). Nicht HIV-infizierte weibliche Partner der Männer wurden ebenfalls in die Studie eingeschlossen (93 Frauen in der Interventions, 70 in der Kontrollgruppe) und nach 6, 12 und 24 Monaten nachuntersucht. Die Studie wurde vorzeitig gestoppt, weil sie sich als sinnlos erwies. 92 Paare aus der Interventions- und 67 aus der Kontrollgruppe wurden in die Schlussanalyse ausgewertet. In der Interventionsgruppe war ein höherer Anteil von Frauen (18 Prozent) mit HIV infiziert worden als in der Kontrollgruppe (12 Prozent). Die kumulative Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion nach 24 Monaten war in der Interventionsgruppe ebenfalls höher (22 Prozent) als in der Kontrollgruppe (13 Prozent). Obwohl beide Ergebnisse nicht statistisch signifikant waren, wurden sie als ausreichend betrachtet, die Studie zu stoppen. Die Autoren schließen: "Die Beschneidung HIV-infizierter Männer reduzierte die HIV-Übertragung auf ihre weiblichen Partner innerhalb von 24 Monaten nicht, längerfristige Effekte konnten nicht erfasst werden. Die Benutzung von Kondomen ist auch nach der Beschneidung zur Ansteckungsvermeidung essenziell." In einem Begleitkommentar äußern Dr. Jared M. Baeten von der University of Washington in Seattle und seine Kollegen: "Die Ergebnisse dieser Studie sollten auf keinen Fall dazu führen, dass Programme eingeschränkt werden, in denen die Beschneidung für HIV-Risikogruppen ausgedehnt wird. Die Frauen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, bietet die Möglichkeit, Männer und Frauen umfassend über die Risiken und Vorteile einer Beschneidung aufzuklären und gezielt auf Maßnahmen zur Risikovermeidung bei HIV-serodiskordanten Paaren hinzuweisen." Quelle: M J Wawer and others. Circumcision in HIV-infected men and its effect on HIV transmission to female partners in Rakai, Uganda: a randomised controlled trial. Lancet 2009; 374: 229 http://www.thelancet.com |
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