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THE LANCET   03.07.09
 
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Keine verbesserten Überlebenschancen für IPF-Patienten durch Interferon gamma-1b

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Idiopathische pulmonale Fibrose (IPF) ist eine schwere Erkrankung, für die es keine wirksame Behandlung gibt. In der INSPIRE-Studie zeigt sich nun, dass Interferon gamma-1b (Ifn-g1b) das Überleben der Patienten im Vergleich zu einem Placebo nicht verlängert. Die Suche nach neuen Behandlungsoptionen geht daher weiter. Die Ergebnisse der Studie werden in einem online vorab veröffentlichten Artikel von Professor Talmadge E. King von der University of California in San Francisco und Kollegen berichtet.

Die Krankheit ist gekennzeichnet durch zunehmende Atemnot, reduziertem Lungenvolumen und gehemmtem Gasaustausch in den Lungenmembranen, ihre Ursache ist unbekannt. Die Aussichten sind schlecht: Patienten leben nach der Diagnose meist nur noch zwei bis fünf Jahre. IPF führt letztendlich zur Einschränkung der körperlichen Funktionen und Erschöpfung, die schließlich in Atemversagen und Tod enden können. Ig1b ist ein aufgereinigtes menschliches Protein, das von E.-coli-Bakterien hergestellt wird. Frühere Studien hatten einen möglichen Nutzen einer Ifn-g1b-Gabe vermuten lassen, insbesondere bei Patienten mit leichter bis mittlerer Lungenfunktionseinschränkung.

Die Forscher untersuchten 826 IPF-Patienten aus 81 Zentren in neun europäischen und nordamerikanischen Staaten. Die Patienten erhielten dreimal die Woche subkutan 200 Mikrogramm Ifn-g1b (551 Personen) oder ein entsprechendes Placebo (275). Die Teilnehmer waren zwischen 40 und 79 Jahre alt und ihre Diagnose lag nicht länger als zwei Jahre zurück. Sie hatten im Lungenfunktionstest eine forcierte Vitalkapazität (FVC) von 55 bis 90 Prozent des erwarteten Wertes und außerdem eine verringerte Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität.

Die Studie wurde abgebrochen, als sich in einer Zwischenanalyse herausstellte, dass Ig1b keinen Nutzen brachte. Nach im Durchschnitt 64 Wochen Behandlungszeit waren 15 Prozent der Ifn-1b-Patienten und 13 Prozent der Placebo-Behandelten verstorben. Im Vergleich zur Placebogruppe traten bei den Ifn-g1b-Patienten häufiger Symptome wie grippeähnliche Erkrankungen, Müdigkeit, Fieber und Schüttelfrost auf. Insgesamt war das Auftreten schwerer Nebenwirkungen in den Gruppen jedoch nicht signifikant unterschiedlich.

Die Autoren folgern: "Wir können die Behandlung mit Interferon gamma-1b nicht empfehlen, da das Medikament die Überlebenschancen für IPF-Patienten nicht verbessert. Dies widerlegt frühere Ergebnisse von Stichprobenanalysen zum Überleben von Patienten mit leichten bis mittleren physiologischen Einschränkungen der Lungenfunktion."

"Die Ergebnisse dieser bislang größten randomisierten kontrollierten klinischen Studie an Patienten mit idiopathischer pulmonaler Fibrose widersprechen klar den Resultaten, wonach Interferon gamma-1b das Überleben verlängert. Darüber hinaus unterstreicht die Studie die Wichtigkeit, Resultate von Stichproben und explorierenden Analysen in prospektiven, gut geplanten, randomisierten placebo-kontrollierten Studien zu überprüfen."

In einem Begleitkommentar schließt Dr. Demosthenes Bouros von der thrakischen Demokrit-Universität in Alexandroupolis: "INSPIRE macht deutlich, wie gut geplante und große kontrollierte klinische Studien unbeantwortete Fragen zur Wirksamkeit neuer biologischer Therapien in idiopathischer pulmonaler Fibrose klären. Obwohl die negativen Resultate dieser Studie als endgültig zu betrachten sind, sollten sie Patienten nicht davon abhalten, an einer der verschiedenen klinischen Studien teilzunehmen, die derzeit nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten für diese verheerende Krankheit suchen. Geeignete Patienten sollten so früh wie möglich auf die Warteliste für eine Transplantation gesetzt werden, der derzeit einzigen Möglichkeit, das Überleben zu verlängern."

Quelle: TE King and others. Effect of interferon gamma-1b on survival in patients with idiopathic pulmonary fibrosis (INSPIRE): a multicentre, randomised, placebo-controlled trial. Lancet 2009; 374: 10.1016/S0140-6736(09)60551-1
 
http://www.thelancet.com
 
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